21. Januar 2014

Deubaukom: Neues Konzept ist aufgegangen

Als Erfolg bewerten die Baugewerblichen Verbände ihre Beteiligung an den Essener Fachmessen Deubaukom und InfraTech. „Das war ein guter Start ins Baujahr 2014. Die Resonanz auf unsere beiden Stände und auf die Fachtagung Holzbau und insgesamt die Besucherresonanz auf die Messen bestärken uns in der Hoffnung, dass sich im gerade begonnenen Jahr der Aufwärtstrend für unsere Branchen fortsetzen wird“, meinten der Präsident der Baugewerblichen Verbände (BGV), Rüdiger Otto, und BGV-Hauptgeschäftsführer Lutz Pollmann in ihrem Resümee.

Die BGV waren in der Halle 3 innerhalb der Deubaukom vertreten, wo der Fachverband Ausbau und Fassade NRW den Schwerpunkt auf das Stuckateur-Handwerk legte, sowie in Halle 12, wo der Straßen- und Tiefbau-Verband Nordrhein-Westfalen im Rahmen der InfraTech vier seiner Mitgliedsbetriebe präsentierte. Hinzu kam der Holzbaukongress mit wieder etwa 500 Teilnehmern. Er stellte das Thema „Bauen und Sanierung in der Stadt“ in den Mittelpunkt und wurde vom Zimmerer- und Holzbau-Verband Nordrhein ausgerichtet.

Dass das breit gefächerte Stuckateur-Handwerk voll im Trend liegt, unterstrichen Meisterschüler des Berufsbildungszentrums der Handwerkskammer Südwestfalen vor Ort. Sie fertigten in einer „lebenden Werkstatt“ moderne und traditionelle Stuckarbeiten und gaben einen Einblick in ihre Ausbildung etwa zu bauphysikalischen Themen, zur Gebäudesanierung und zur Ermittlung und Beseitigung von Schäden an Gebäuden. Zahlreiche Messebesucher ließen sich von der Bandbreite auch dieses Bauberufs beeindrucken, darunter auch NRW-Bauminister Michael Groschek während seines Rundgangs über die Deubaukom.

Schon traditionell war die Deubau, die traditionsreiche und wichtigste Baufachmesse im Westen Deutschlands, eine Gelegenheit zur verbandspolitischen Standortbestimmung. Dies ist auch bei ihrem „Nachfolger“, der Deubaukom, der Fall gewesen. Beim Neujahrsempfang der BGV und in mehreren Diskussionsveranstaltungen und Pressegesprächen stellten die Verbandsspitzen heraus, dass das nordrhein-westfälische Baugewerbe mit Optimismus in das neue Baujahr gegangen ist. In der Branche gehe man davon aus, dass der Umsatz um etwa drei Prozent zunehmen werde – unterstützt vor allem durch den Wohnungsbau. Zudem werde der Wirtschaftsbau anziehen und es bestehe berechtigte Aussicht, dass wegen der hohen Steuereinnahmen und der politischen Beschlusslage auch die öffentlichen Investitionen zunehmen werden.

Trendwende beim Wohnungsbau

2013 bezeichnete BGV-Präsident Rüdiger Otto im Rückblick als „durchwachsenes Jahr. Die Auftragseingänge haben vor allem im Wohnungsbau erfreulich zugenommen. Dank der wohl 230.000 fertiggestellten Wohnungen können wir durchaus von einer Trendwende sprechen. Vom Gewerbebau und von den öffentlichen Investitionen kamen dagegen leider nur wenige Impulse. Das ist die eine Seite von 2013. Die andere betrifft das Wetter: Witterungsbedingt ging in den ersten vier, fünf Monaten am Bau so gut wie gar nichts. Selbst jetzt höre ich daher von vielen meiner Unternehmerkollegen noch, dass sie dabei sind, diesen Rückstand aufzuarbeiten – auftragsmäßig, aber auch umsatzmäßig. Das überaus milde Wetter der vergangenen Wochen hat uns dabei sehr geholfen. Aber trotzdem gehen die ursprünglichen Hoffnungen auf ein nennenswertes Umsatzplus in 2013 nicht in Erfüllung. Wir werden es wohl gerade mal mit einer schwarzen Null abschließen - wenn wir Glück haben mit einem kleinen Plus. Immerhin ist es unserer Branche aber offenbar gelungen, bundesweit einige Zehntausend Mitarbeiter zusätzlich einzustellen.“

Otto und auch Hauptgeschäftsführer Pollmann verhehlten jedoch nicht, dass sie „politisch aktuell von Berlin aus eher Schatten denn Licht sehen.“ Sie rügten die „falschen Weichenstellungen“ durch den Koalitionsvertrag. Zunächst vorgesehene Investitionen und Förderungen vor allem zugunsten der Verkehrsinfrastruktur und zur Schaffung von bezahlbarem oder auch barrierearmem Wohnraum seien „vagen Versprechungen“ gewichen. Die große Koalition habe „eine große Chance vertan, dringende Probleme dieses Landes anzugehen und seine Zukunft, seine Wettbewerbsfähigkeit und seinen Wohlstand zu sichern“. Auf der Tagesordnung geblieben sei jedoch die Mietpreisbremse, „die sich in Wirklichkeit zu einer Wohnungsbaubremse auswirken wird.“ Auf die regionalen Engpässe auf dem Wohnungsmarkt wies Pollmann nicht zuletzt als Sprecher des breiten Aktionsbündnisses „Impulse für den Wohnungsbau NRW“ hin.