08. April 2014

BGV-Geschäftsführer Rittmann als Experte bei großem EU-Afrika-Forum

Das Wirtschaftswachstum in Afrika und die zunehmende Kooperation zwischen Afrika und Europa waren die Themen des 5. EU-Afrika Business Forums in Brüssel. Zu den gut 450 Teilnehmern zählte auch der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Baugewerblichen Verbände und Geschäftsführer des Auslandsbau-Verbands, Heinz G. Rittmann.

EU-Kommissionspräsident Manuel Baroso und EU-Ratspräsident Herman van Rompuy unterstrichen in ihren Redebeiträgen, dass Europa verstärkt Afrika in den Blick nehmen werde. Das Forum bildete so etwas wie den Auftakt zu einem großen EU-Afrika-Gipfel in Brüssel.

Für die Konferenz hatte es mehr als 1.500 Anmeldungen gegeben, aber nur rund 450 Experten wurden von den Veranstaltern eingeladen. Heinz Rittmann gehörte zu dem halben Dutzend Deutschen darunter. Insgesamt nahmen Delegationen aus 90 Ländern teil, zu denen alleine vier Staatspräsidenten und zahlreiche Minister zählten. Rittmanns Hauptinteresse war auf die Diskussionsrunden ausgerichtet, in denen es um die Beteiligung der Wirtschaft und speziell des Mittelstands vor allem am Ausbau der Infrastruktur in Afrika und um ein günstiges Investitionsklima ging. Er habe in Brüssel zahlreiche Partner aus bisherigen Projekten der BGV getroffen, aber auch viele neue Kontakte knüpfen können. Erfreut hätten ihn die klaren Aussagen der EU-Repräsentanten, dass die Privatwirtschaft bei ihren Engagements in Afrika noch stärker unterstützt werden soll.

In diesem Sinne hatte Entwicklungs-Kommissar Andris Piebalgs angekündigt, die EU werde ihre Hilfe für die Wirtschaft in Richtung Entwicklungsländer „modernisieren“: Die Rolle des Privatsektors solle gestärkt werden. Kommissions-Vizepräsident Antonio Tajani ergänzte: „Afrika kommt voran. Der Kontinent ist eine der wirtschaftlich am stärksten wachsenden Regionen auf der Erde. Europa hat ein großes Interesse, den Handel und die Investitionstätigkeit zugunsten von Wachstum und Beschäftigung auszuweiten.“ Für den Kontinent ist die EU bereits heute der größte Handelspartner.

Van Rompuy stellte klar: „Wir bauen auf die Privatwirtschaft und darauf, dass sie ihre Ideen und ihr Wissen einbringt, damit die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Afrika zu einer Erfolgsgeschichte werden – zum Wohle der Menschen auf beiden Kontinenten.“ Der Ratspräsident zitierte ein afrikanisches Sprichwort: „Wenn Du schnell vorwärts kommen willst, gehe alleine. Wenn Du aber weit vorankommen willst, geh zusammen mit anderen.“ Für ihn stehe außer Frage, „dass wir heute in der globalisierten Welt mit Afrika gemeinsam weit vorankommen wollen“.

Bei dem sich an das Forum anschließenden Gipfeltreffen betonte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, „der Nachbarkontinent gewinnt an Bedeutung.“ Sie warb dafür, vor allem die Chancen Afrikas zu sehen „und nicht immer nur die Probleme“. Die EU will den Handel vorantreiben und europäischen Unternehmen Anreize geben, mehr in Afrika zu investieren. Denn viele Länder dort sind ökonomisch erfolgreich und als Handelspartner interessant. Die Bundesregierung selbst hat angekündigt, ihre Entwicklungshilfe für Afrika um 100 Millionen auf 1,3 Milliarden Euro pro Jahr anzuheben. Insgesamt fließt mehr als die Hälfte der deutschen Entwicklungsgelder auf diesen Kontinent.