08. April 2014

Umweltbundesamt entschärft Aussagen über Brandschutzmittel in Styropor

14-04-08_EPS_IVH Ausbau und Fassade - Umweltbundesamt entschärft Aussagen über Brandschutzmittel in Styropor
Rund 85 Prozent der Wärmedämm-Verbundsysteme basieren auf EPS. Dabei kommt HBCD als Flammschutzmittel zum Einsatz. (Foto: IVH)

Im Mai 2013 warnte das Umweltbundesamt noch vor Styropordämmplatten mit dem Flammschutzmittel HBCD – in der neuen FAQ-Broschüre des UBA wird HBCD auf sachliche und realistische Weise beleuchtet.

Der Ausstieg der IVH-Hersteller von Styropordämmplatten aus der Verwendung des Flammschutzmittels HBCD bis Mitte 2014 ist beschlossene Sache – ein Jahr vor dem REACh-Verbotstermin 21. August 2015. Europaweit nehmen die IVH-Mitglieder damit eine Vorreiterrolle ein. Mit Bekanntmachung der POP-Listung von HBCD in 2013 hat das Umweltbundesamt in seiner Presseerklärung eine Empfehlung hinsichtlich der Verwendung von Dämmplatten ausgesprochen, die zu Fehlinterpretationen führte. Nun veröffentlichte das UBA eine Broschüre zum Thema, die ausführlich darstellt, wie HBCD bezüglich Entsorgung und Umweltfragen zu bewerten ist.

Darin steht, dass HBCD nach der CLP-Verordnung als nicht toxisch für den Menschen gilt. Bei einer Exposition sogar mit hohen Dosen von HBCD sind keine unerwünschten toxischen Wirkungen zu erwarten. Wer in einem Haus mit HBCD-haltigen Dämmstoffen wohnt, hat bei fachgerechter Anwendung keine negativen Effekte auf seine Gesundheit zu befürchten. Selbst bei ungeschützt außen angebrachten Dämmstoffen sind kaum akute Umweltwirkungen zu erwarten.

Die POP-Verordnung stellt in Zukunft strikte Anforderungen an die Zerstörung des Stoffes bei der Entsorgung. Die thermische Verwertung ist laut Broschüre dabei das probate Mittel der Wahl. In Deutschland ist die thermische Verwertung von Polystyrol-Dämmstoffen schon seit Jahren der absolute Regelfall. Daher können wir auch in diesem Fall von einer Vorreiterrolle der deutschen EPS-Dämmstoffindustrie sprechen.

Über das Flammschutzmittel HBCD in Dämmstoff EPS/Styropor und dessen Ersatz 2105 infomierte ausbau + fassade ausführlich in Ausgabe 11/2013.