15. Mai 2014

Tarifkonflikt im Bauhauptgewerbe ist beigelegt

Die Arbeitgeberverbände, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, sowie die IG BAU haben für die rund 760.000 Beschäftigten das in der vergangenen Woche in Frankfurt erzielte vorläufige Verhandlungsergebnis bestätigt. Die Gremien beider Seiten müssen dem Abschluss noch bis zum 5. Juni zustimmen. Eine Annahme gilt aber als wahrscheinlich.

Demnach steigen bei einer Laufzeit von 24 Monaten Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen im Tarifgebiet West ab dem 1. Juni 2014 um 3,1 Prozent und ab 1. Juni 2015 nochmals um 2,6 Prozent. Im Tarifgebiet Ost sind es jeweils 0,7 Prozentpunkte mehr.

Auch bei der Einführung einer Tarifrente Bau im gesamten Bundesgebiet konnte eine Einigung erzielt werden. Die bisher ausschließlich von den Arbeitgebern finanzierte und nur im Westgebiet geltende Zusatzrente für Arbeiter und Angestellte wird ab Januar 2016 auf ein kapitalgedecktes System umgestellt und im Tarifgebiet Ost eingeführt. Der dann für die Ost-Arbeitgeber fällige Beitrag in Höhe von 0,6 Prozentpunkten der Lohnsumme soll schrittweise an den Beitrag im Tarifgebiet West angepasst werden. Gleichzeitig werden auch die Arbeitnehmer an der Finanzierung dieses Rentenbausteines beteiligt. Dafür wird befristet für zwei Jahre ein Teil des zusätzlichen Urlaubsgeldes in die Tarifrente Bau umgelenkt. 

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Dipl.-oec. Andreas Schmieg, Vize-präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, erklärte: „Wir haben hart miteinander um die Einführung der Tarifrente im Osten gerungen. Es hat sich aber gelohnt, für dieses Jahrhundertprojekt zu kämpfen. Durch die Systemumstellung auf ein kapitalgedecktes System und die Neueinführung im Osten wird die Zusatzrente für die Arbeitnehmer deutlich attraktiver als bisher werden. Statt wie bisher nur rund 89 Euro können jetzt über 400 Euro monatlich dabei herauskommen, wenn ein heute 20jähriger mit 67 in Rente geht. Das ist ein nennenswerter Beitrag zur Rentenversorgung und zeigt die sozialpolitische Verantwortung der Tarifpartner.“

Darüber hinaus erfolgt zu Beginn des kommenden Jahres eine Erhöhung des Kilometergeldes für die tatsächlich gefahrenen Kilometer auf 20 Cent.