07. Juli 2014

Neues Merkblatt: dunkle Putze an Fassaden

14-07-07_IWM_Merkblatt TSR_Titel Ausbau und Fassade - Neues Merkblatt: dunkle Putze an Fassaden
Das aktuelle Merkblatt des IWM informiert über den immer häufi­ger anzutreffenden "TSR-Wert" einer Putzoberfläche. (Foto: IWM)

Dunkle Putzoberflächen liegen im Trend. Ein Nachteil ist, dass sich dunkle Flächen in der Sonne extrem aufheizen können. Deshalb gehen Hersteller neue Wege und setzen den Putzen gezielt Pigmente zu, die das Sonnenlicht reflektieren. Doch wie kann man beurteilen, ob ein dunkler Putz auch wirklich funktioniert? Auskunft gibt ein neues Merkblatt des IWM. Erhältlich ist es als Printversion, aber auch im kostenlosen Download.

Je dunkler eine Putzoberfläche ist, je mehr heizt sie sich in der Sonne auf. Das wäre kein Problem, wenn die Wärme nach hinten in die Wand abfließen könnte. Heute sind die Wände jedoch gedämmt und die Wärme 'staut sich' in der Putzschicht. Deshalb kann es bei sehr dunklen Farbtönen zu extrem hohen Temperaturen in der Putzschicht und nachfolgend auch zu Schäden kommen. Dennoch lässt sich auch ein dunkler Putz schadensfrei ausführen. Doch wo genau liegt die Grenze?

Für eine erste Abschätzung ist der Hellbezugswert der geeignete Wert. Liegt er unter 20, so ist bei "Standardputzen" in der Regel die Grenze der Gebrauchstauglichkeit erreicht. Wenn eine genauere Beurteilung des Reflexionsverhaltens einer Putzoberfläche erfolgen soll, kann dafür der "TSR-Wert" (Total Solar Reflectance) herangezogen werden. Der Unterschied liegt darin, dass der Hellbezugswert nur den sichtbaren Anteil des Sonnenlichts berücksichtigt, während der TSR-Wert das ge­samte Spektrum des Sonnenlichts, also auch den nicht sichtbaren Teil, einbezieht.

Hersteller können dunklen Putzen gezielt spezielle Pigmente zusetzen, die das Reflexionsvermögen der Putzoberfläche erhöhen. Dadurch wird mehr Sonnenlicht reflektiert und die Aufheizung fällt geringer aus. Dieser Effekt lässt sich mit dem Hellbezugswert nicht messen, denn er findet überwiegend außerhalb des sichtbaren Lichtspektrums statt. Hier ist der TSR-Wert eine deutlich besser geeignete Beurteilungsgrundlage.

Je höher der TSR-Wert, desto höher ist der reflektierte Anteil am Sonnenlicht. Wie der IWM in seinem neuen Merkblatt erläutert, haben Herstelleruntersuchungen gezeigt, dass Putzoberflächen mit einem TSR-Wert von mindestens 25 % als 'thermisch sicher' einzustufen sind. Voraussetzung ist allerdings, dass der TSR-Wert vom jeweiligen Putzhersteller produktspezifisch bestätigt wird.

Weitere Erläuterungen enthält das aktuelle IWM-Merkblatt "Total Solar Reflectance - Totale solare Reflexion und Hellbezugswert". Es steht auf der Internetseite des Verbandes zum Download http://www.iwm.de/downloads/broschueren/ bereit oder kann dort per E-Mail angefordert werden.