23. September 2014

Passivhaus-Pioniere erhalten Nachhaltigkeitspreis

14-09-23_Passivhaus-Institut_neu Ausbau und Fassade - Passivhaus-Pioniere erhalten Nachhaltigkeitspreis
Margot Wallström mit Wolfgang Feist nach der Preisverleihung (Foto: Passivhaus Institut)

Für ihren Beitrag zur Energieeffizienz von Gebäuden haben die Pioniere des Passivhauses einen hochkarätigen Preis erhalten: In der schwedischen Universitätsstadt Lund wurden Prof. emer. Bo Adamson und Prof. Dr. Wolfgang Feist am Donnerstag mit dem „Sustainable Building Award“ („Årets Framtidsbyggare“) geehrt.

Vor mehr als 25 Jahren erarbeiteten die beiden Bauphysiker das Konzept eines Gebäudes, das ohne aktive Heizung auskommt. Heute ist der daraus hervorgegangene Passivhaus-Standard eine zentrale Grundlage für energieeffizientes Bauen in der ganzen Welt. Überreicht wurde der Preis von der früheren EU-Umweltkommissarin Margot Wallström.

Die Leitidee zum Passivhaus wurde 1988 während eines Forschungsaufenthalts von Wolfgang Feist in Lund ausgearbeitet – Adamson war dort sein wissenschaftlicher Gastgeber. Mit Förderung durch das Land Hessen wurde 1990 in Darmstadt das erste Gebäude nach diesem Prinzip tatsächlich erstellt und in den folgenden Jahren systematisch untersucht. 1996 gründete Wolfgang Feist das Passivhaus Institut, das heute eine internationale Spitzenposition in der Forschung und Entwicklung von Konzepten, Komponenten und Planungswerkzeugen für besonders energieeffiziente Gebäude belegt. Auch Bo Adamson hat das Thema Passivhaus an der Universität Lund bis zu seiner Emeritierung weiter verfolgt.

Die fünf Grundprinzipien des Passivhauses sind eine besonders gute Wärmedämmung, das Vermeiden von Wärmebrücken, hochwertige Passivhaus-Fenster, eine luftdichte Gebäude-Hülle und die Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung. Bereits mit dem ersten Pilotprojekt in Darmstadt wurde nachgewiesen, dass so bei konsequenter Planung ein vernachlässigbarer Heizenergieverbrauch verbleibt – gegenüber herkömmlichen Gebäuden beträgt die Einsparung etwa 90 Prozent. In späteren Forschungsprojekten konnte Zug um Zug gezeigtwerden, dass das Prinzip bei praktisch jeder Gebäudenutzung, unabhängig vom Baustil und auch bei jedem Klima funktioniert, solange der Heizwärme- und der Kühlkältebedarf unter systematisch vorgegebenen Grenzen bleibt.

„Gerade an der Universität Lund einen solchen Preis zu bekommen, das ist eine große Ehre für uns“, sagte Wolfgang Feist. „Hier wurden die Weichen dafür gestellt, dass weltweit eine attraktive, komfortable und auch bezahlbare Lösung für den Klimaschutz entstand.“

Schon 25 Jahre nach den ersten theoretischen Überlegungen hat sich der Passivhaus-Standard mit mehreren zehntausend gebauten Projekten international etabliert. Ermöglicht wurde diese Entwicklung dadurch, dass die Mehrkosten für die verbesserte Bauqualität, insbesondere den erhöhten Wärmeschutz und die beschichteten Fenster immer weiter gesunken sind. Angesichts der eingesparten Heizkosten zahlen sich solche Investitionen heute regelmäßig nach wenigen Jahren aus. Passivhäuser sind damit nicht nur energieeffizient und komfortabel, sondern auch besonders wirtschaftlich.Weitere Informationen zur SUEB-Stiftung und zu dem Award befinden sich unter aretsframtidsbyggare.se