06. Oktober 2014

Arbeitskreis für Polyurethan im WDVS gegründet

14_10_06_IVPU Ausbau und Fassade - Arbeitskreis für Polyurethan im WDVS gegründet
Arbeitskreis WDVS im IVPU erarbeitet Qualitätsrichtlinie als Informations- und Anwendungsgrundlage für Planer, Architekten und Fachunternehmer.

Produktqualität, Verlässlichkeit der Produkteigenschaften und das Zusammenspiel der Systemkomponenten spielen bei einem Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) die entscheidende Rolle. Hochleistungsdämmstoffe aus Polyurethan-Hartschaum (PU) werden in der Fassadendämmung immer häufiger eingesetzt, weil sie bei hoher Dämmleistung schlanke Aufbauten, hohe Dauerhaftigkeit und gute brandschutztechnische Eigenschaften ermöglichen.

Führende WDVS Systemanbieter und PU-Dämmstoffhersteller haben jetzt eine Arbeitsgruppe im Industrieverband Polyurethan-Hartschaum (IVPU) unter der Leitung von Bernd Biebricher, Dinova GmbH & Co. KG, gegründet, um Fragen zur Technik und Qualitätssicherung zu erörtern. In der neuen Qualitätsrichtlinie sollen Qualitätsmerkmale von PU-Dämmstoffen in WDV-Systemen entwickelt werden.

Bei einem WDVS müssen die Systemkomponenten aufeinander abgestimmt sein, um eine optimale Funktion zu gewährleisten. Die zur jeweiligen Systemlösung gehörenden Produkte sind bindend und nicht durch andere oder ähnliche Materialien austauschbar. Eine besondere Aufmerksamkeit verdienen Dämmstoffeigenschaften wie zum Beispiel Wärmeleitfähigkeit, Dimensionsstabilität, Druckfestigkeit und Brandverhalten, die regelmäßig  von unabhängigen Prüfinstituten überwacht werden müssen.

Effizienz schlägt Dicke
Im Zuge steigender energetischer Anforderungen wurden Wärmedämm-Verbundsysteme immer mächtiger. Dicke Dämmschichten werden inzwischen von vielen Bauherren nicht nur als optisch störend empfunden, sondern stoßen zunehmend auch an konstruktive Grenzen. Im Jahr 2013 betrug die durchschnittliche Dicke 14 Zentimeter. Dachüberstände reichen nicht aus, Verkehrswege werden unzulässig verengt. Einen Ausweg aus diesem Dilemma bieten WDVS auf der Basis von PU-Dämmstoffen in den Wärmeleitfähigkeitsstufen WLS 026 bis WLS 028. Im Vergleich zu herkömmlichen Dämmstoffen ist PU bei gleicher Leistung  um 18 bis 25 Prozent dünner.

Sicher ohne Sturzbekleidungen und Brandschutzriegel
Um die geschossübergreifende Brandausbreitung zu verhindern, sind oft zusätzliche Brandschutzmaßnahmen wie Sturzbekleidungen oder umlaufende Brandschutzriegel vorgeschrieben.

Wird das gesamte WDVS komplett mit PU-Hartschaum ausgeführt, kann in den meisten Fällen auf zusätzliche Sturzbekleidungen und Brandriegel verzichtet werden. PU Dämmstoffe schmelzen im Brandfall nicht und bieten eine gute Schutzwirkung. Sie bilden bei Flammeneinwirkung an der Oberfläche eine stabile Karbonschicht, die die darunterliegenden Materialschichten schützt.

Informationen über Dämmstoffe aus Polyurethan-Hartschaum: www.ivpu.de