14. Oktober 2014

Rigips als erster Gipskartonhersteller mit EPD-Auszeichnung

14-10-14_Rigips_Jens_Koch_neu Ausbau und Fassade - Rigips als erster Gipskartonhersteller mit EPD-Auszeichnung
Jens Koch. (Foto: Saint-Gobain Rigips)

Die Europäische Produkt Deklaration EPD ist der neue Ökologieausweis für Baustoffe. Architekten, Planer, Immobiliengesellschaften und Facility Manager erhalten damit gesicherte Informationen über die Umweltauswirkungen von Bauprodukten. Rigips Austria ist der erste Gipskartonhersteller Österreichs, der diese EPD vorweisen kann.

EPD, die Europäische Produkt Deklaration, ist eines der ambitioniertesten Standardisierungs-programme der EU. Als eine Verbindung von europäischer Norm und ISO-Standard legt sie detailliert fest, dass alle Baustoffe nach den gleichen Regeln zu bewerten sind.

Bei bekannten Typ I Labels wie dem „Blauen Engel“ oder Typ II, der Anbietererklärung, können die Aussteller bzw. Hersteller verschiedene Kriterien auswählen oder ausblenden. Diese Labels sind also miteinander nicht vergleichbar. Anders bei der Typ III Deklaration, denn die EPD legt die Kriterien einheitlich über alle Baustoffe fest. Sie basiert auf der Ökobilanz nach ISO 14040, in der alle Stoffströme von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung erfasst sind. Die Umweltauswirkungen werden nach international anerkannten Konventionen (EN 15804) charakterisiert und unter Einbeziehung unabhängiger Dritter geprüft. Das einzige, was sich ein Hersteller aussuchen kann, ist, wie weit er im Prozess gehen will – nur bis zum Werkstor oder bis zum Ende des Produktzyklus. Die Saint-Gobain Gruppe hat sich für die besonders umfassende und transparente Version entschieden und geht den Weg von der Wiege bis zur Bahre.

Als erster Gipskartonhersteller Österreichs kann Rigips seit 30. September 2014 auf die EPD Typ III verweisen, und zwar für alle systemrelevanten Gipskartonplatten, die in Bad Aussee produziert werden.

Die Datenerhebung für diese Vielzahl an Produkten hat mehrere Monate in Anspruch genommen. In einem ersten Schritt wurden alle Produktionsdaten vom Österreichischen Institut für Baubiologie und -ökologie IBO erhoben und in einem Hintergrundbericht zusammengefasst. „Für diesen Hintergrundbericht muss ein Unternehmen wirklich alles offenlegen“, betont Jens Koch, Bereichsleiter Architektur & Holzbau und Projektleiter bei Saint-Gobain Rigips Austria für die EPD. Dieser Bericht wurde anschließend von der Universität Innsbruck und der MA 39 Wien verifiziert und durch die Bau-EPD GmbH veröffentlicht. Das Unternehmen selbst nimmt keinen Einfluss auf diesen Prozess, die uneingeschränkte Veröffentlichung ist Teil der Transparenz. Koch: „Die EPD fasst die relevanten Daten zu für den Gebäudezertifizierer verständlichen Angaben über beispielsweise Primärenergiegehalt, Treibhauspotential oder Versäuerungspotential zusammen.“ Die Rigips EPD verwendet als Einheit 1 Quadratmeter montierte Platte, also inklusive Befestigungsmittel und Fugenfüller.

Katrin Haslwanter, Marketingleiterin bei Rigips Austria. „Wir sind überzeugt, dass die Umweltproduktdeklaration zum Standard in der Darlegung von Umwelteinwirkungen bei Bauprodukten wird.“ Weil die EPD in Gebäudebewertungen wie BREAM oder LEEDS Anwendung finden, erwarten Koch und Haslwanter großes Interesse seitens der Investoren und Planer, Immo-Gesellschaften und Facility Manager. Die Verleihung der EPD erfolgt im Rahmen eines Festakts am 16. Oktober 2014 in Brüssel.