03. November 2014

Europäischer WDVS-Verband mit neuer Führung

14-11-03__EAE_1 Ausbau und Fassade - Europäischer WDVS-Verband mit neuer Führung
Der neu gewählte EAE-Vorstand (v.l.): Ruud Van Eersel, Werther Colonna, Dominique Delassus, Geschäftsführer Ralf Pasker, Clemens Hecht. (Foto: EAE)

Der europäische Verband für Wärmedämm-Verbundsysteme (EAE) hat anlässlich seiner Mitgliederversammlung in der litauischen Hauptstadt Vilnius einen neuen Vorstand und mit Ruud Van Eersel auch einen neuen Präsidenten gewählt.

Lothar Bombös, der als Gründungspräsident sechs Jahre wesentlich zur Etablierung der EAE in Europa und in Brüssel beigetragen hat, stand aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl. Er wurde von den Delegierten zum Ehrenmitglied ernannt. Damit honorierten die EAE-Mitglieder sein konsequentes Engagement, den europäischen Gedanken auch in der WDVS-Branche fest zu etablieren und ihr auf der immer wichtigeren europäischen Ebene entsprechendes Gehör bei den Entscheidungsträgern und in den Gremien zu verschaffen.

Der EAE Vorstand setzt sich nach der turnusmäßigen Wahlen nun wie folgt zusammen:

• Präsident: Ruud Van Eersel, IVP ETICS, Belgien

• Vize-Präsident: Dominique Delassus, Group Mur Manteau, Frankreich

• Vorstand Finanzen: Zuzana Sternova, OZ ZPZ, Slowakei

• Vorstand Marketing: Werther Colonna, Consorzio CORTEXA, Italien

• Vorstand Technik: Clemens Hecht, QG Wärmedämmsysteme, Österreich

Vilnius als Tagungsort der Mitgliederversammlung war auch deshalb gewählt worden, um den baltischen WDVS-Anbietern den europäischen Verband näher zu bringen und Möglichkeiten zur persönlichen Kontaktaufnahme zu schaffen.

EAE Geschäftsführer Ralf Pasker konnte drei neue außerordentliche Mitglieder im Verband begrüßen, die sich in kurzen Statements vorstellten:

• Das Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FIW) aus Deutschland genießt seit Jahrzehnten hohes Renommee bei der Forschung und Prüfung von Dämmstoffen.

• Lucideon Ltd. aus England ist ein anerkannter Dienstleister für Forschung und Entwicklung sowie Laborprüfungen, zunehmend auch für WDVS.

• Die DAW SE mit Hauptsitz in Deutschland zählt zu den marktführenden Anbietern von Dämmsystemen in Europa.

Ein zentrales inhaltliches Thema der Mitgliederversammlung war der Brandschutz im Zusammenhang mit WDVS. In den Berichten aus den Mitgliedsländern der EAE wurde deutlich, dass in der Schweiz und der Slowakei 2015 neue Standards in Kraft gesetzt werden. In Frankreich diskutiert man gerade ein eigenes Testverfahren, das nicht mit den DIN- oder BRE-Standards übereinstimmt. Damit ist ein Kernproblem angesprochen, dem sich die EAE laut Geschäftsführer Ralf Pasker derzeit auf allen europäischen Ebenen aktuell widmet: der Analyse und Betrachtung der in Europa angewendeten Testverfahren zum Brandschutz von Fassaden mit dem Ziel der Vereinheitlichung. So soll zugleich das Brandschutzniveau in vielen Mitgliedsstaaten verbessert und ein freier Warenverkehr ermöglicht werden.

Weitere Projekte auf der Agenda des EAE sind in den nächsten Monaten die Aktualisierung der Europäischen Verarbeitungsrichtlinie für WDVS und des European Energy Saving Guide. Letzterer wird die Bedeutung der energetischen Verbesserung der Gebäudehülle für Umwelt- und Klimaschutz, Beschäftigung und Wohlstand in Europa analysieren. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die EU-Mitgliedsstaaten hier entscheidende Potentiale nach wie vor ungenutzt lassen.

Die EAE hat außerdem die Einrichtung eines verbandseigenen Gremiums für Nachhaltigkeit beschlossen. 2015 wird die Neuauflage des „European ETICS-Forum“ der EAE stattfinden. Auch hier wird das Thema Nachhaltigkeit besonders im Fokus stehen, ebenso die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten, welche WDVS für die Fassaden bieten.