10. November 2014

Putz & Dekor: Öffentlichkeitskampagne für verputzte Fassaden geplant

Zu Gast in Ludwigshafen: Der aktuelle Vorstand der Fachgruppe Putz & Dekor (von links): Dr. Hans Klein, Detlef Gysau, Franz Xaver Neuer und Detlev Berner. Rechts daneben Dr. Robert Heger vom Gastgeber BASF sowie Michael Bross vom Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie. (Foto: Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie)

Zur Tagung der Fachgruppe Putz und Dekor im Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) begrüßte Dr. Hans Klein als Vorsitzender die Vertreter der Putzhersteller und ihrer Rohstofflieferanten am 17. Oktober 2014 diesmal auf Einladung der BASF in Ludwigshafen zur traditionellen Herbsttagung. Ein Thema war unter anderem die Förderung des Images von verputzten Fassaden.

Aufbruchsstimmung konnten sowohl der langjährige Vorsitzende des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit der Fachgruppe, Detlev Berner, als auch Vorstandsmitglied Detlef Gysau verbreiten: Berner stellte die Umrisse einer neuen Öffentlichkeitskampagne vor, die angehenden Architekten verputzte Fassaden als zeitgemäßes Gestaltungselement für Premiumimmobilien nahebringen möchte. Die Gestaltungs- und Farbvielfalt von verputzten Oberflächen seien vielen Architekten nicht bewusst, weil sie auch in ihrer universitären Ausbildung damit nie in Berührung gekommen seien, so Berner. In einem Pilotprojekt mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim sollen Studenten gezielt mit dem Gestaltungsmaterial Putz umzugehen lernen. Das Projekt wird bereits im Wintersemester 2014 / 2015 beginnen.

 

Intensive Gremienarbeit

Mit den Perspektiven der Fachgruppe Putz und Dekor für das Jahr 2020 beschäftigte sich Detlef Gysau, Mitglied des Vorstandes der Fachgruppe Putz und Dekor. Bei der Mitgliederversammlung der Fachgruppe stellte er die Grundzüge eines Strategiepapiers vor, mit dem die Fachgruppe in den nächsten Jahren auf die Trends der Demografie, die notwendigen Sanierungen vieler Bestandsimmobilien und die modernen Forderungen nach nachhaltigem Bauen reagieren möchte.

Franz Xaver Neuer, Vorsitzender des Technischen Arbeitskreises (TAK), berichtete über den Fortgang des RMI-Projektes „Beregnete Fassaden“. Die entsprechende Projektgruppe, an der sich auch befreundete Verbände und einige Unternehmen beteiligen, die nicht zur Fachgruppe zählen, beschäftigt sich mit der Erstellung von Szenarien über die Auswaschung von Stoffen aus Fassaden und die Verteilung dieser Stoffe in Boden und Wasser rund um ein Gebäude. Der Projektgruppe kommt eine hohe strategische Bedeutung zu, da auch das Deutsche Institut für Bautechnik eine analoge Arbeitsgruppe eingerichtet hat, die bis zum Jahr 2017 den Themenbereich beregneter Bauteile bearbeiten will, was möglicherweise zur Setzung von Normen, Vorschriften oder sogar gesetzlichen Regelungen führen kann. Der Themenkomplex reicht dabei von der Bewertung von Wetterdaten und dem Auswaschverhalten bestimmter Substanzen aus Fassadenoberflächen über deren Versickern im Boden rund um ein Haus bis hin zum Abbau von bioziden Wirkstoffen im Erdboden. Franz Xaver Neuer berichtete auch vom Forschungsprojekt des Industrieverbandes WerkMörtel (IWM), der beim Frauenhofer Institut für Bauphysik die Umwelteigenschaften von Putzen erforschen lässt. Auch hier geht es um die Gewinnung von praxisgerechten Daten aus der Freibewitterung von mineralischen und pastösen Putzen.