24. November 2014

Baufirmen müssen Bauherren auf Widerrufsrecht hinweisen

713432_web_R_K_B_by_www.konitzer.it_pixelio.de Ausbau und Fassade - Baufirmen müssen Bauherren auf Widerrufsrecht hinweisen
Achtung! Bei einem Bauvertrag kommt es darauf an, wo er abgeschlossen wird. (Foto: www.konitzer.it/pixelio.de)

Handwerker sind Praktiker. Sie besprechen und beschließen technische Fragen gerne direkt auf der Baustelle und schließen auch den Vertrag bei einer Ortsbesichtigung gleich mit ab. Das kann in Zukunft teuer werden, so die Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht (ARGE Baurecht) im Deutschen Anwaltverein (DAV), denn seit Mitte Juni dieses Jahres regelt § 312b BGB den Verbraucherschutz am Bau neu: Demnach kann jeder private Bauherr einen Vertrag innerhalb von 14 Tagen widerrufen, wenn dieser außerhalb der Geschäftsräume eines Unternehmers abgeschlossen worden ist.

Das betrifft laut ARGE Baurecht vor allem Bauunternehmer und Handwerksbetriebe, die Reparatur- und Sanierungsarbeiten übernehmen oder einfache Umbauten, bei denen sie ohne Architekt auskommen. Für alle „außerhalb von den Geschäftsräumen“ abgeschlossenen Verträge mit Verbrauchern, also privaten Bauherren, müssen Unternehmen jetzt auf das Widerrufsrecht hinweisen. Im Idealfall werden die Vereinbarungen samt Widerrufsbelehrung schriftlich fixiert, rät die ARGE Baurecht. Baurechtsanwälte beraten bei der Formulierung passender Vertragsmuster. Baufirmen sollten die neue Regelung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Verstoßen sie nämlich dagegen, droht ihnen ein später Widerruf noch ein Jahr ohne Wertersatz. Übrigens: Bei erheblichen Umbauten, die einem Neubau gleichkommen, können Ausnahmen gelten. Ob ein Vorhaben darunter fällt, prüft ebenfalls der Baurechtsanwalt.

ausbau + fassade hat das Thema schon in der Ausgabe 9/2014 aufgegriffen und Empfehlungen gegeben.