08. Dezember 2014

Baukonjunktur steigt wieder

Die Auswertung der von den Unternehmen der Bauwirtschaft bei SOKA-BAU eingereichten Beitragsmeldungen hat ergeben, dass das effektive Arbeitsvolumen im Oktober saisonbereinigt kräftig um 3,8 % gegenüber dem Vormonat gestiegen ist. Die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer und die Bruttolohnsumme sanken dagegen im Oktober weiter, und zwar um 1,0 % bzw. um 0,7 % gegenüber dem September.

Das Arbeitsvolumen ist das erste Mal seit Juni wieder gestiegen und nährt damit die Hoffnung auf ein starkes Schlussquartal. Allerdings deuten die verfügbaren Frühindikatoren darauf hin, dass die Baukonjunktur weiter fragil bleibt. So sind die (volumenmäßigen) Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im September saisonbereinigt um fast 3 % gegenüber August zurückgegangen. Maßgeblich war dabei der Rückgang der Auftragseingänge im Tiefbau um fast 7 %. Darüber hinaus sind auch die Baugenehmigungen im Hochbau im September kräftig gesunken, und zwar um rund 6,5 %. Der Rückgang betraf alle Bausparten. Im Trend hat sich in den vergangenen Monaten lediglich das Genehmigungsvolumen im Wohnungsbau behaupten können.

Unterstützt wird die Nachfrage dabei von fortlaufend günstigeren Zinskonditionen. Auch im Oktober wurden bei den Zinsen für neue Wohnungsbaukredite der Banken neue Allzeittiefststände markiert. Gleichzeitig ist die Vergabe von Wohnungsbaukrediten auf den höchsten Stand seit Juli gestiegen. Für eine mittelfristig höhere Nachfrage im Wohnungsbau ist allerdings eine bessere Stimmung der privaten Haushalte notwendig. Laut Umfrage der Europäischen Kommission ist die Stimmung der privaten Haushalte in Deutschland jüngst auf den tiefsten Stand seit Dezember vergangenen Jahres gefallen, insbesondere die schlechten gesamtwirtschaftlichen Aussichten trüben die Stimmung. Darüber hinaus haben die Unternehmen ihre Investitionspläne deutlich zusammengestrichen, und rechnen auch für das kommende Jahr mit keiner stärkeren Investitionsnachfrage, womit sich auch die Aussichten für den Wirtschaftsbau eintrüben. Die von Bundesfinanzminister Schäuble angekündigte Erhöhung der öffentlichen Investitionen um 10 Mrd. EUR soll schließlich erst ab 2016 wirksam werden und kann damit auch den öffentlichen Bau kurzfristig nicht beleben.