16. Dezember 2014

Sanierungsförderung und Steuerbonus fürs Handwerk nicht vermischen

Wenn der Bund ab dem kommenden Jahr zwar die energetische Sanierung von Gebäuden endlich steuerlich fördert, gleichzeitig aber den Steuerbonus auf Handwerkerleistungen einschränkt, „verknüpft er zwei Dinge, die nichts miteinander zu tun haben, und er leistet zugleich Vorschub für Schwarzarbeit und den Verlust von Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen“. So hat der Hauptgeschäftsführer der Baugewerblichen Verbände, Lutz Pollmann, auf die Grundsatzeinigung von Bund und Ländern über die Förderung der energetischen Gebäudesanierung reagiert.

Vor wenigen Tagen hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die zeitnah Details für die Ausgestaltung der steuerlichen Erleichterung von Energiesparmaßnahmen ausarbeiten soll. Zur Gegenfinanzierung soll der Steuerbonus auf Handwerkerarbeiten reduziert werden, indem zum Beispiel ein Sockelbetrag von 300 Euro eingeführt wird, ab der erst die Rechnungen beim Finanzamt eingereicht werden können.

„Nach jahrelangen Diskussionen und einer Verweigerungshaltung vieler Bundesländer kommen wir offenbar bei der steuerlichen Unterstützung von Energie sparenden Umbauten an Häusern endlich voran“, meinte Pollmann. „Das ist auch dringend nötig. Schließlich hat der Gebäudebestand nach wie vor ein enormes Potenzial für den Klimaschutz. Optimal gedämmte Außenwände und Dächer könnten helfen, den Kohlendioxid-Ausstoß zu senken und Ressourcen einzusparen. Das würde uns einen großen Schritt voranbringen auf dem Weg zu den selbstgesteckten Klimaschutzzielen. Unsere Fachbetriebe aus dem Hochbau, dem Stuckateur-, dem Zimmerer- und dem Dachdeckerhandwerk stehen dazu bereit.“ Die Baugewerblichen Verbände würden deswegen eine steuerliche Abschreibung von Sanierungsmaßnahmen als Ergänzung zu dem aufgestockten KfW-Gebäudesanierungsprogramm innerhalb des Nationalen Aktionsplans Klimaschutz sehr begrüßen.

Kein Verständnis habe man dagegen, so Lutz Pollmann, für eine mögliche Gegenfinanzierung durch eine Einschränkung des so genannten Handwerkerbonus. „Da gibt es im Bundeshaushalt sicherlich zahlreiche andere Positionen, die für Kürzungen besser geeignet wären“, meint der Hauptgeschäftsführer der Baugewerblichen Verbände. Zudem würden mehr Aufträge für die Baufirmen ja auch ein höheres Steueraufkommen bedeuten. Ein weiteres Argument Pollmanns: Die Berücksichtigung von Handwerkerleistungen bei der Einkommensteuererklärung habe zum Ziel, die Schwarzarbeit zurückzudrängen. „Wer da nachlässt, verzichtet gleichzeitig auf Steuer- und auf Sozialversicherungseinnahmen durch die regulär abrechnenden Betriebe. Der Staat würde sich also selbst schädigen, wenn er diese bewährte Regelung kappt.“