02. April 2015

Baden-Württemberg: mehr Azubis, mehr Realschüler, mehr Abiturienten im Handwerk

Im Jahr 2014 wurden in Baden-Württemberg 19.311 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Nach vier Jahren rückläufiger Ausbildungszahlen erstmals wieder ein leichtes Plus von 0,4 Prozent. Zudem brachten Jugendliche immer häufiger einen mittleren Schulabschluss oder Abitur mit, während der Anteil der Hauptschüler abnahm.

Mehr Azubis, mehr Realschüler, mehr Abiturienten: „Natürlich bedeutet dies noch keine Entspannung am Ausbildungsmarkt, aber das Bemühen der Betriebe und der Handwerksorganisationen um qualifizierte Bewerber trägt Früchte“, freut sich Baden-Württembergs Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle.

Vor allem Elektro- und Gesundheitsberufe waren bei den Schulabgängern beliebt. Der Trend zur Höherqualifizierung setzte sich auch im Jahr 2014 fort. Baden-Württembergs Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle: „Erstmals waren mehr als zehn Prozent der neuen Auszubildenden Abiturienten.“ Einen besonders hohen Anteil an Bewerbern mit Hochschulreife hatten die Gesundheitsberufe, bei Zahntechnikern und Hörgeräteakustikern hatte mehr als jeder zweite neue Azubi Abitur. 39 Prozent der Azubis brachten einen mittleren Bildungsabschluss mit. Im Jahr zuvor waren es 36,5 Prozent. Vor allem in vielen kaufmännischen Berufen wie auch im Elektro- und Metallbereich, begann mehr als die Hälfte die Ausbildung mit Mittlerer Reife. Inzwischen hat nicht einmal mehr jeder zweite Azubi im Handwerk einen Hauptschulabschluss (48,2%).

Jeder vierte neue Auszubildende war weiblich. "Leider beschränken sich junge Frauen noch immer auf sehr wenige Berufe“, bedauert Möhrle. Ein knappes Drittel entschied sich für den Friseurberuf, gut die Hälfte für eine Lehre in den drei beliebtesten Berufen Friseurin, Bäckerei-Fachverkäuferin oder Kauffrau für Büromanagement. Insgesamt waren zum Jahresende 47.988 Auszubildende im baden-württembergischen Handwerk beschäftigt, sie stellen damit sieben Prozent aller Mitarbeiter. Rund 13 Prozent der Auszubildenden hatte keinen deutschen Pass. Die Ausbildung bleibt eine Domäne des zulassungspflichtigen Handwerks: Nur sechs Prozent der Ausbildungsbetriebe, aber 20 Prozent aller Handwerksbetriebe gehören dem zulassungsfreien Handwerk an.