17. April 2015

Experten für nachhaltiges Bauen und Sanieren in Leipzig


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Effizienz und erneuerbare Energien – das ist die Kombination zum Erfolg der Energiewende. Wie dies im Bausektor funktioniert, zeigt die Internationale Passivhaustagung 2015 in Leipzig. Referenten aus aller Welt stellen am 17. und 18. April aktuelle Konzepte und Entwicklungen vor.

Beispielhafte Neubau- und Sanierungsprojekte in verschiedenen Klimazonen stehen dabei ebenso im Fokus wie einzelne Komponenten für den Wärmeschutz der Gebäudehülle oder die korrekte Bilanzierung von Erträgen einer Photovoltaikanlage. Schirmherr der Tagung ist der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel.

"Mit den Beschlüssen zum 'Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz' und zum 'Aktionsplan Klimaschutz' vom 3. Dezember 2014 hat die Bundesregierung ein umfangreiches Maßnahmenpaket unter anderem für energiesparendes Bauen und Sanieren auf den Weg gebracht. Ein wesentlicher Baustein dabei sind Niedrigstenergiegebäude, mit denen bis 2050 der Weg zum klimaneutralen Gebäudebestand beschritten werden soll", sagte Dr. Frank Heidrich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zur Eröffnung der Tagung am Freitag.

Die hohe Effizienz des Passivhaus-Standards ist nicht nur eine sinnvolle Lösung für die Energiewende, sondern zugleich eine Basis für das in der Europäischen Gebäuderichtlinie geforderte "Nearly Zero-Energy Building" (NZEB). "Im Gebäudesektor bestehen im Hinblick auf die EU-Ziele für Klima und Energie bis 2020 noch große Herausforderungen", sagte Philippe Moseley von der EU-Agentur EASME. Im Rahmen des neuen Forschungs- und Innovationsprogramms ‚Horizon 2020‘ werde aber bereits an Lösungen gearbeitet. "Diese Anstrengungen dürften auch in Zukunft fortgesetzt werden – und die Passivhaus-Prinzipien werden umso wichtiger, wenn es um die noch strengeren Ziele für 2030 geht."

Mehr als ein Drittel der gesamten in Deutschland verbrauchten Energie fließt in den Betrieb von Gebäuden, vor allem in die Beheizung. Mit Passivhaus-Technik kann dieser Verbrauch um bis zu 90 Prozent reduziert werden. Die Investitionen sind innerhalb weniger Jahre durch eingesparte Energiekosten ausgeglichen. "Die Verbesserung der Gebäude-Effizienz ist damit nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, sondern für jeden Bauherren eine attraktive Anlagemöglichkeit", sagte Prof. Dr. Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts.

Insgesamt berichten in Leipzig mehr als hundert Referenten über die Potenziale intelligenter Architektur für Klimaschutz und Kosteneinsparung. Eine begleitende Fachausstellung bietet Anschauungsmodelle der am Markt erhältlichen Produkte. Ergänzt wird das Programm durch eine Reihe von Workshops sowie Exkursionen zu gebauten Passivhäusern in der Region. Zu den Höhepunkten der Veranstaltung zählen unter anderem die Verleihung des "Component Awards" für besonders energieeffiziente Fenster und die Vorstellung einer neuen Version des Planungstools PHPP – diese ermöglicht nicht nur eine verlässliche Berechnung des Energie-bedarfs von Gebäuden, sondern auch eine Zertifizierung in den neuen Passivhaus-Klassen "Passivhaus Classic", "Passivhaus Plus" und "Passivhaus Premium".

Die Tagung und begleitende Fachausstellung findet im Leipziger Congress Center am 17. und 18. April statt. Weitere Informationen sowie das vollständige Programm unter: www.passivhaustagung.de