11. Mai 2015

ZDB kritisiert Anreizprogramm Energieeffizienz


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Zur Verbesserung der energetischen Modernisierungsrate hat die Bundesregierung das neue "Anreizprogramm Energieeffizienz" aufgelegt. Das Paket umfasst ein Fördervolumen in Höhe von 165 Millionen Euro pro Jahr und tritt an die Stelle der bislang geplanten steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Nach Ansicht des ZDB wird dabei die Anlagentechnik bevorzugt.

"Wir bedaueren sehr, dass die steuerliche Förderung nun sang- und klanglos aufgegeben wird." sagte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes in Berlin. Pakleppa: "Besonders ärgerlich ist, dass mit dem neuen Programm der Anreiz einseitig auf den Bereich der Anlagentechnik gerichtet wird. Dabei ist hinlänglich bekannt, dass nur mit einer sorgfältigen und ganzheitlichen Betrachtung des einzelnen Gebäudes die richtige Sanierungsentscheidung getroffen werden kann. Ohne die Optimierung der Gebäudehülle wird mit einer Heizungsmodernisierung der zweite Schritt vor dem Ersten getan."

Grundsätzlich ist die Aufstockung des Fördervolumens im CO2-Gebäudesanierungsprogramm zu begrüßen. Die Verdoppelung der Modernisierungsrate, mit der die CO2-Reduzierungsziele der Bundesregierung insgesamt nur erreichbar wären, bleibt damit aber in weiter Ferne. Dagegen hätten mit der steuerlichen Förderung zusätzliche Investoren einen Anreiz erhalten, ihre Immoblie energetisch zu modernisieren. Dazu kommt: Mit dem neuen Fokus allein auf die Heizungsmodernisierung widerspricht sich die Bundesregierung selbst, hat sie doch bisher immer den ganzheitlichen Ansatz gefordert. Gebäudeeigentümer sollten mittels eines Sanierungsfahrplans in technisch und wirtschaftlich sinnvollen Schritten ihre Immobilie energieeffizient umrüsten.  

„Die Förderung eines Teilsektors, wie z.B. spezieller Anlagentechniken, führt letztlich zu Produktionsspitzen und entfacht ein kurzfristiges Strohfeuer bei den Herstellern. Nur eine technologieoffene und materialneutrale Beratung, wie sie z.B. von Gebäudeenergieberatern HWK geleistet wird, garantiert den Gebäudeeigentümern eine Entscheidungshilfe für die richtige Investition und letztlich auch Investitionssicherheit. Hierzu raten wir allen Gebäudeeigentümern dringend. Die Energiewende wird nur mit einem ganzheitlichen Ansatz gelingen.“ So Pakleppa abschließend.