26. Mai 2015

Bauhauptgewerbe: + 2 % Umsatzwachstum für 2015 erwartet

Wind und Wetter haben den deutschen Unternehmen im 1. Quartal 2015 zu schaffen gemacht: Entsprechend seien die Umsätze um 3,0 % hinter dem Vorjahresergebnis zurückgeblieben. Das teilte der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Prof. Thomas Bauer im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz anlässlich des „Tages der Deutschen Bauindustrie“ in Berlin am 20. Mai mit. Trotzdem sei die Stimmung der Bauunternehmen zu Beginn des 2. Quartals verhalten optimistisch.

Die Mehrzahl der Bauunternehmen sei zwar jahreszeitgemäß mit ihrer aktuellen Geschäftslage nicht zufrieden; mit Blick auf das kommende Sommerhalbjahr überwiege jedoch der Optimismus. Der Hauptverband gehe deshalb von nominal 2 % bzw. real 1 % Umsatzwachstum für das Jahr 2015 aus.

Treiber der Baukonjunktur im Bauhauptgewerbe bleibe auch 2015 mit einem Umsatzwachstum von nominal 3 % der Wohnungsbau, prognostizierte Bauer. Für die deutsche Wirtschaft zeichne sich zwar inzwischen ein Stimmungsumschwung ab; für einen deutlichen Nachfrageschub im Wirtschaftsbau reichten diese Impulse jedoch noch nicht aus. Der Hauptverband erwarte deshalb in dieser Sparte weiterhin ein nominales Umsatzwachstum von 1,5 %. Im Öffentlichen Bau habe sich aufgrund der Investitionsentscheidungen der Bundesregierung die Stimmung aufgehellt. Der Hauptverband habe deshalb seine Umsatzerwartungen für 2015 leicht nach oben revidiert – und zwar auf nominal + 1,5 %.

Dank der weiter moderat steigenden Bauproduktion werde sich der Beschäftigungsaufbau auch 2015 fortsetzen, erwartet Bauer. Im Jahresdurchschnitt würden voraussichtlich knapp 760.000 Menschen eine Beschäftigung im deutschen Bauhauptgewerbe finden; das seien 3.000 mehr als 2014 und 55.000 mehr als zum Beschäftigungstiefpunkt der Branche im Jahr 2009. Inzwischen stoße der Beschäftigungsaufbau jedoch an Grenzen. Die Arbeitskräftereserven auf dem deutschen Baumarkt seien weitgehend ausgeschöpft. 16.000 gewerb­lichen Fachkräften, die 2014 in den Ruhestand gegangen seien, stünden nur noch 10.600 neue Ausbildungsverträge gegenüber. Die Zahl der arbeitslosen Baufacharbeiter habe im Jahresdurchschnitt 2014 mit 36.500 einen historischen Tiefstand erreicht.