26. Mai 2015

NRW: Politik zeigt Wertschätzung des Handwerks

Die Einrichtung der Enquetekommission „Zukunft von Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen gestalten – Qualifikation und Fachkräftenachwuchs für Handwerk 4.0 sichern, Chancen der Digitalisierung nutzen, Gründungskultur und Wettbewerbsfähigkeit stärken" sei ein „wichtiges Zeichen für die Wertschätzung des Handwerks durch die Politik und zugleich eine große Chance für das Handwerk“, kommentiert der Hauptgeschäftsführer der Baugewerblichen Verbände (BGV), Lutz Pollmann, den Beschluss des Landtags.

Der Beschluss war auf Initiative der FDP-Fraktion einstimmig zustande gekommen. Das Gremium aus Abgeordneten und externen Sachverständigen soll „Impulse zur Sicherung und Stärkung von Qualifikation und Fachkräftenachwuchs sowie Gründungskultur und Wettbewerbsfähigkeit“ erarbeiten. Pollmann weiter: „Wir müssen nun alles dafür tun, dass die Handlungsempfehlungen der Kommission die Zukunft unseres Wirtschaftsbereichs sichern helfen. Wenn sie diese Qualität tatsächlich haben, werden sie weit über Nordrhein-Westfalen hinaus wirken.“ Für das Baugewerbe besonders wichtig seien die Themen Fachkräftemangel und Digitalisierung, die zur „Tagesordnung“ der Enquete-Kommission zählen werden.

Der BGV-Hauptgeschäftsführer stellte heraus, dass nun in kurzer Zeit der Landtag sich zum zweiten Mal eindeutig und einmütig auf die Seite des Handwerks gestellt habe. Ende 2013 hatte er nämlich die Resolution „Den Meisterbrief als Grundlage der dualen Ausbildung sowie als Qualitätssiegel des Handwerks schützen“ verabschiedet. Diese war dann ein Vorbild für einen ähnlichen Beschluss des Bundestages. Diese Entwicklung „sehen wir mit großer Freude. Sie deutet an, dass die Politik den Stellenwert des Handwerks innerhalb der Wirtschaft und für die Gesellschaft endlich zu erkennen beginnt“, meinte Pollmann. Das sei ihm nicht zuletzt bei dem Handwerkskongress der FDP-Landtagsfraktion deutlich geworden, an dem er und weitere BGV-Vertreter vor kurzem teilgenommen hatten. Aber auch aus den anderen Fraktionen gebe es entsprechende „Signale. Diesen Rückenwind gilt es jetzt zu nutzen. Die Beratungen der Enquete-Kommission sind eine tolle Gelegenheit dafür.“ Sie soll bis zum Frühjahr 2017 einen Abschlussbericht mit konkreten Handlungsempfehlungen erstellen. „Zusammen mit den Abgeordneten sollten vor allem die Handwerksrepräsentanten in dem Gremium alles daran setzen, wirkliche Zukunftspfade für unsere Betriebe zu beschreiben, aber auch der Politik Leitlinien zu geben, was zum Beispiel das Bildungssystem und dessen Ausrichtung betrifft“, forderte Lutz Pollmann abschließend.