24. Juli 2015

Bauhauptgewerbe optimistisch bei weniger Umsatz

Die Umsätze im deutschen Bauhauptgewerbe bleiben weiterhin hinter den Erwartungen zurück. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines "Aktuellen Zahlenbildes" mitteilt, lag der baugewerbliche Umsatz der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten im Bauhauptgewerbe im Mai um nominal 4,4 % unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats. Dies ist allerdings hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass den Bauunternehmen zwei Arbeitstage weniger zur Verfügung standen als im Mai 2014. Hinzu kommt ein Basiseffekt: Im Vorjahresmonat wurde ein Umsatzplus von 8 % gemeldet.

Obwohl sich der Umsatzrückgang mittlerweile - für die ersten fünf Monate - auf minus 2,9 % kumuliert hat, hält der Hauptverband an seiner Prognose von plus 2 % für das Gesamtjahr fest. Die bisherige Entwicklung ist ausschließlich auf statistische Effekte und nicht auf eine schlechte Baukonjunktur zurückzuführen, im Gegenteil: Die Bauunternehmen meldeten im Mai eine Kapazitätsauslastung von 74 %; sie lag damit deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 68 %.

Gestützt wird die positive Einschätzung des Verbandes auch von der Auftragsentwicklung: Das Statistische Bundesamt meldete für Mai einen - saison-, arbeitstäglich und preisbereinigten - Anstieg der Auftragseingänge im Vergleich zum Vormonat von 5,0 %. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gingen die Auftragseingänge - aufgrund der fehlenden Arbeitstage - hingegen um nominal 0,5 % zurück (Jan.-Mai: + 0,4 %).

Nach wie vor positive Signale kamen im Mai aus dem Wohnungsbau: Der Auftragseingang stieg um 3,5 % und der Umsatz lag um 1,1 % über dem Niveau des Vorjahreswertes (Jan.-Mai: + 6,1 % bzw. + 2,6 %). Die Bauunternehmen meldeten auch für den Wirtschaftsbau ein Orderplus von 3,2 %, der Umsatz blieb hingegen noch um 3,7 % hinter dem Vorjahresergebnis zurück (Jan.-Mai: - 2,6 % bzw. - 3,5 %). Lediglich für den Öffentlichen Bau wurden für beide Indikatoren Rückgänge ausgewiesen: Der Auftragseingang sank um 6,2 %, der Umsatz um 8,2 % (Jan.-Mai: + 0,8 % bzw. - 5,9 %).

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes.