07. August 2015

Bauwirtschaft: Rekordtief bei Arbeitsunfällen

15-08-07_BG_Bau_neu Ausbau und Fassade - Bauwirtschaft: Rekordtief bei Arbeitsunfällen
Großbaustelle: Der Langzeittrend sinkender Zahlen von Arbeitsunfällen am Bau hat sich im Jahr 2014 fortgesetzt. Foto: obs/Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

»Im Jahr 2014 wurden bundesweit 103731 Arbeitsunfälle auf den Baustellen registriert«. Das berichtete Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) am 3. August 2015 in Berlin. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang um 1,4 Prozent und ein Minus von gut 16 Prozent seit den letzten zehn Jahren.

 2005 verzeichnete die Bauwirtschaft fast 20.000 Arbeitsunfälle mehr als 2014. Damit setzt sich der Langzeittrend sinkender Zahlen von Arbeitsunfällen fort. Die Abnahme der Unfälle erklärte Bergmann vor allem mit einer verbesserten Organisation des Arbeitsschutzes in vielen Betrieben.

Die Quote der Arbeitsunfälle je 1000 Vollarbeiter, die den realen, konjunkturbereinigten Trend beim Unfallgeschehen zeigt, ist 2014 gegenüber dem Wert von vor zehn Jahren um 16,6 Prozent gesunken. Der positive Trend spiegelt sich auch bei den tödlichen Arbeitsunfällen wider: 81 Menschen kamen im Jahr 2014 bei der Arbeit ums Leben, 32 weniger als noch vor zehn Jahren. Stark abgenommen hat auch die Zahl der neuen Arbeitsunfallrenten, in denen sich besonders schwere Arbeitsunfälle ausdrücken, die zu dauernden gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen: 2.314 neue Arbeitsunfallrenten verzeichnete die BG BAU im Jahr 2014, das waren 148 weniger als im Vorjahr und 32 Prozent weniger als noch vor zehn Jahren.

Dennoch ist das Unfallrisiko in der Bauwirtschaft höher als in vielen anderen Branchen der gewerblichen Wirtschaft. Hauptsächliche Unfallereignisse waren laut BG BAU Stürze oder Abstürze, etwa von Leitern, Gerüsten oder Dächern und der Kontrollverlust über Maschinen, Fahrzeuge und Werkzeuge. Zudem geschehen auch viele Unfälle durch Stolpern und Stürzen sowie durch kippende Teile oder herabfallende Gegenstände.

»Sinkende Unfallzahlen bedeuten vor allem weniger menschliches Leid, denn jeder einzelne Unfall ist einer zu viel und tragisch für die Betroffenen und ihre Angehörigen", sagte Bergmann. Außerdem sind weniger Unfälle ein Beitrag zur Kostenentlastung der Mitgliedsunternehmen: Unfälle ziehen hohe finanzielle Aufwendungen nach sich, durch Behandlungskosten, krankheitsbedingte Lohnfortzahlungen und den notwendigen Einsatz von zusätzlichem Personal. »Deshalb ist die systematische Ermittlung der Unfallursachen ein Schwerpunkt der Präventionsarbeit der BG BAU, um möglichst viele Unfälle mit zielgerichteten Aktivitäten von vornherein verhindern zu können«, betonte Bergmann.

Der Grund für den langfristig rückläufigen Trend der Unfallzahlen, so Bergmann, »ist vor allem die auf Zielgruppen bezogene Präventionsarbeit im Zusammenwirken zwischen unseren Mitgliedsbetrieben, Innungen, Verbänden und der BG BAU.« Beispiele für Aktivitäten mit nachhaltiger Wirkung waren und sind über Jahre laufende Präventionskampagnen wie »Absichern statt Abstürzen« und die Teilnahme an der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern. Eine große Rolle spielen zudem die Beratung und Fortbildung verantwortlicher Führungskräfte und Arbeitsschutzexperten in den Unternehmen.