31. August 2015

Schleswig Holstein: Bauhauptgewerbe bleibt optimistisch

15-08-31_Schleswig_Baugewerbe Ausbau und Fassade - Schleswig Holstein: Bauhauptgewerbe bleibt optimistisch
Der Baugewerbeverband Schleswig-Holstein sieht die Lage der Bauwirtschaft in Schleswig-Holstein positiv. Foto: Rike/Pixelio

„Die Bauwirtschaft liegt in den systemrelevanten Bereichen leicht unter den Ergebnissen des Vorjahres. Allerdings sehen wir im Bauhauptgewerbe weiterhin einen positiven Effekt, wenn die statistischen Zahlen gewerks- und nachfrageorientiert analysiert werden“, sagt Georg Schareck, der Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein.

 Er reagiert damit auf die aktuell veröffentlichen Daten des Statistischen Amtes für Schleswig-Holstein. Demnach sind die Zahl der Beschäftigten und das Arbeitsvolumen leicht rückläufig.

Mit 22.100 Arbeitnehmern verzeichnete das Bauhauptgewerbe im Zeitraum Januar bis Juni 2015 2 Prozent weniger Mitarbeiter als im Vorjahreszeitraum. Dieser Trend würde sich bei den organisierten Betrieben so nicht abzeichnen, so Schareck auch mit Blick auf den Facharbeitermangel weiter. Bei den geleisteten Arbeitsstunden ist ein Minus von2 % auf 12,9 Mio. Stunden zu verzeichnen, wobei der Rückgang im gewerblichen und industriellen Bau mit 6 % zu Buche schlägt, im öffentlichen Verkehrsbau ein Plus von 3 Prozent und im Wohnungsbau eine Abschwächung von 2 Prozent. „Wir betrachten die Zahlen als eine Anpassung an eine im Vorjahr leicht erhitzte Nachfrage“, so Schareck. Zudem seien sowohl die Arbeitsstunden aus dem ersten Quartal der Wintermonate mit geringeren Betriebsstunden einbezogen, als auch größere Baustellen mit hohem Umsatz.

Auf das Handwerk des Baugewerbes bezogen sei man hingegen zuversichtlich, auch für Schleswig-Holstein die Bauprognose des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) für 2015 zu erfüllen. Hier rechnet der Verband mit einem Umsatzplus für die Branche von 2 Prozent. Die Auftragszugänge mit hohen Zuwächsen im Wohnungsbau (plus 19 Prozent auf 252 Mio. Euro) sowie im öffentlichen und Verkehrsbau (plus 13 Prozent auf 262 Mio. Euro) im zweiten Quartal für Schleswig-Holstein deuten in diese Richtung. Allerdings waren die Auftragseingänge im gewerblichen und industriellen Bau rückläufig (minus 17 Prozent auf 236 Mio. Euro), was der Verband mit Blick auf die volatilen Auslandsmärkte und die damit verbundenen Unsicherheiten sowie bereits vergebene größere Aufträge, die nicht mehr statistisch relevant sind, kommentiert.

Die baugewerblichen Umsätze sanken laut Statistik im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. Auch hier zeigt die Statistik eine Momentaufnahme, die Auftragsvolumina größerer Aufträge, Unsicherheiten der Märkte und Preissteigerungen im Bauzuschlagsbereich beinhalte. „Wir erwarten im klassischen Bauhandwerk eine Konsolidierung auf positivem Niveau“, so Schareck unter Verweis auf die Zahlen für Auftragsvorläufe (rd. 2 Monate). Für das Baugewerbe in Schleswig-Holstein sei man weiterhin optimistisch.