08. September 2015

Leichte Besserung der Baukonjunktur

15-09-08_Soka_Bau_neu Ausbau und Fassade - Leichte Besserung der Baukonjunktur
Die Baukonjunktur hat sich im Juli stärker als in den Vormonaten gezeigt. Foto: Pixelio.de

Die Auswertung der von den Unternehmen der Bauwirtschaft an Soka-Bau übermittelten Beitragsmeldungen hat ergeben, dass das effektive Arbeitsvolumen im Juli saisonbereinigt um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen ist. In den beiden Vormonaten war das Arbeitsvolumen noch gesunken. Die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer ging im Juli weiter zurück, und zwar um 0,5 Prozent, während die Bruttolohnsumme um 0,6 Prozent schrumpfte.

Damit ist die Beschäftigung bereits den fünften Monat in Folge gesunken und befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Die Frühindikatoren zeichnen derweil weiter ein gemischtes Bild. Die (volumenmäßigen) Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe haben im Juni fast den gesamten Zuwachs des Vormonats wieder abgegeben und sind um 4,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Die Baugenehmigungen im Hochbau sind im Juni zwar wieder gestiegen (+ 4,0 Prozent), im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war aber ein Rückgang zu verzeichnen.

Die Entwicklung in den Bausparten setzte sich dabei fort: Der Wohnungsbau setzt seinen Aufwärtstrend dank niedriger Zinsen und guter Einkommensentwicklung fort. Zwar sind die Zinssätze für neue Wohnungsbaukredite im Juli weiter gestiegen, die Andeutung der EZB, das Ankaufsprogramm für Staatsanleihen gegebenenfalls auszuweiten, dürfte den Zinsanstieg aber zumindest begrenzen. Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau entwickeln sich demgegenüber deutlich schwächer.

Die Sorgen um eine stärkere Konjunkturabkühlung in den Schwellenländern, insbesondere in China und Brasilien, haben laut ifo-Institut bereits zu einer deutlichen Eintrübung der Exporter-wartungen in der deutschen Industrie geführt, was deren Investitionstätigkeit belasten dürfte. Die öffentlichen Bauinvestitionen werden in diesem Jahr trotz großen Bedarfs an Bestandsmaßnahmen wohl schrumpfen. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sowie der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes rechnen für dieses Jahr mit einem Anstieg des Umsatzes im Bauhauptgewerbe um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei konstanter Beschäftigung.