25. September 2015

Seifriz-Preis für Wissenschaft und Handwerk vergeben

15-09-25Seifriz-Preis Ausbau und Fassade - Seifriz-Preis für Wissenschaft und Handwerk vergeben
Die Gewinner und Laudatoren zusammen mit den Förderern des Seifriz-Preis 2015 Foto: Handwerk Magazin/Busch

Der Verein Technologietransfer Handwerk hat am 25. September zum 27. Mal seinen bundesweiten Transferpreis Handwerk + Wissenschaft verliehen. Unter den drei Preisträgern ist auch ein Stuckateur.

Die Gewinner des Seifriz-Preises 2015:

Back to the roots: Stuckleisten nach alter Handwerkstradition

Stuckateurmeister Axel von der Herberg entwickelte die weltweit erste vollautomatische Stuckproduktion. Damit macht seine Firma AH Stuck GmbH in Heilbronn mit einem nachhaltigen Produkt den chemischen Großkonzernen Konkurrenz, die Stuckleisten aus Polystyrol herstellen. Von der Herberg verwendet nach alter handwerklicher Weise lediglich Wasser und Gips für seine ökologischen Ornamentleisten. Unterstützt wurde er in seinen Marketingaktivitäten von der Dualen Hochschule Heilbronn. Gemeinsam wurde der deutsche Baustoffmarkt analysiert und die Produkteinführung geplant. Mittlerweile verlässt jede Woche ein großer LKW voller Stuckleisten die Produktion. Das Ziel: Handwerker und Händler in vielen europäischen Ländern.

ausbau + fassade berichtet bereits im Juli 2014 darüber. Abonnenten können den Artikel hier nachlesen.

Klein, aber oho: Gerüstanker zum Wiederverwenden

Neue sicherheitstechnische DIN-Anforderungen animierten Gerüstbauer Wolfgang Henning aus Bad Sassendorf, einen Daueranker zu entwickeln. Bei der Fassadendämmung eines Gebäudes ist meist ein Gerüst nötig, das an der Hauswand temporär befestigt werden muss. Der zusammen mit der Technischen Universität Dortmund entwickelte Gerüstanker kann dank einer speziellen Konstruktion dauerhaft in der Wand verbleiben und somit bei den nächsten Verputz- oder Malerarbeiten wiederverwendet werden. Er ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt und thermisch entkoppelt, sodass keine Wärmebrücken entstehen. Da die Innovation zudem einfach zu montieren und günstig ist, steigen die Verkaufszahlen stetig.

Gewusst wie: Roboter für komplizierte Holzteile

Tischlermeister Axel Eigenstetter aus Schwerin hatte viele Anfragen nach teils mehrfach gekrümmten Exklusivmöbeln. Diese ließen sich bislang nur mit aufwändiger und somit kaum vertretbarer Handarbeit fertigen. Im Fraunhofer Anwendungszentrum „Großstrukturen in der Produktionstechnik“ in Rostock fand er den richtigen Partner für die Entwicklung eines innovativen Roboterfräszentrums. Mittlerweile fertigt Eigenstetter individuelle Sondermöbel mit seinem fünfachsigen Gelenkarmroboter kostengünstig und unter Einhaltung höchster Ansprüche an Maßhaltigkeit und Oberflächengüte. Dies hat ein führender Werkzeugmaschinenhersteller mitbekommen: Er möchte diese Innovation in seine Produktpalette aufnehmen.

Die drei Entwicklungen, die durch die Zusammenarbeit zwischen einem Handwerksbetrieb und einer Wissenschaftseinrichtung zur Marktreife gebracht wurden, erhielten ein Gesamtpreisgeld von 15.000 Euro.