20. Oktober 2015

Energieausweise in der Diskussion

301734_original_R_K_B_by_ehuth_pixelio.de Ausbau und Fassade - Energieausweise in der Diskussion
Foto: ehuth/pixelio.de

Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) empfiehlt zusätzliche Maßnahmen, um den Energieausweis für Gebäude zu stärken. Gleichzeitig weist die Dena Berichte auf Basis eines sogenannten „Praxistests“ des Eigentümerverbands Haus & Grund als nicht belastbar zurück.

„Wir brauchen einen konstruktiven Dialog“, betont Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung und Sprecher der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea). „Leichtfertige Schreckensmeldungen bringen uns nicht weiter. Dass es beim Energieausweis zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann, ist nichts Neues. Schließlich sind ja auch sehr unterschiedliche Formen und Methoden zugelassen. Es kommt darauf an, den belastbaren Bedarfsausweis zu stärken, die Verfahren zu standardisieren und die Qualität in der Praxis zu sichern.“

Die Dena weist darauf hin, dass die Ergebnisse des Verbrauchs- und des Bedarfsausweises grundsätzlich nicht miteinander vergleichbar sind. Der eine stützt sich allein auf die durchschnittlichen Verbrauchsdaten eines Gebäudes. Die Verbrauchsdaten für ein und dieselbe Immobilie können von Heizsaison zu Heizsaison stark voneinander abweichen, je nachdem wie viel die Bewohner zu Hause sind, wie warm sie ihre Wohnräume halten oder ob einzelne Wohneinheiten sogar leer stehen.

Der Bedarfsausweis hingegen gibt Auskunft über die Bausubstanz, die Heizanlage und einen errechneten Normverbrauch. Entscheidend für belastbare Empfehlungen ist eine Vor-Ort-Begehung durch einen qualifizierten Energieberater. Die Dena hat von Beginn an den Bedarfsausweis auf Basis einer Vor-Ort-Begehung favorisiert, weil nur dieses Instrument zu belastbaren und vergleichbaren Ergebnissen führen kann.