27. November 2015

Mit Sanierungsfahrplänen zu mehr Energieeffizienz

leipzig-254604_480 Ausbau und Fassade - Mit Sanierungsfahrplänen zu mehr Energieeffizienz

Deutschlands Verbesserungsrate im Energieeffizienzfortschritt liege gegenwärtig unter dem EU-Durchschnitt. Dieser Ansicht vertritt die Bundesvereinigung Bauwirtschaft und fordert mehr Anstrengungen als bisher, um das Ziel des klimaneutralen Gebäudebestandes bis 2050 zu erreichen. Um neue Impulse zu setzen plant die Bundesregierung die Etablierung eines gebäudeindividuellen Sanierungsfahrplans, in dem neben den Gebäudeeigentümern die Energieberater im Fokus der Maßnahme stehen.

Für das Erstellen des gebäudeindividuellen Sanierungsfahrplans seien das Bau- und Ausbau-Handwerk ist mit seinen im Handwerk ausgebildeten Meistern mit der Fortbildung „Gebäudeenergieberater HWK“ bestens aufgestellt, sagte Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, deren Mitgliedsbetriebe annähernd 80 Prozent der Leistungen der bauausführenden Wirtschaft erbringen. Die Fortbildung zum Gebäudeenergieberater HWK wurde vor über 20 Jahren mit dem Ziel initiiert, die Energieeinsparpolitik der Bundesregierung durch den Aufbau notwendiger Beratungskapazitäten zu unterstützen.

Zahlreiche Gebäudeeigentümer wenden sich an das Handwerk um insbesondere Einzelmaßnahmen an ihrem Gebäude umzusetzen. "Dabei ist es wichtig“, so Schneider, „den Eigentümer auf eine ganzheitliche Modernisierung seiner Wohnimmobilie anzusprechen und ihm ein Modernisierungskonzept vorzuschlagen. In der vorliegenden Energieeffizienzstrategie der Bundesregierung ist dies nichts anderes als der gebäudeindividuelle Sanierungsfahrplan. Unsere Gebäudeenergieberater stehen also bereit und sind bestens ausgebildet, um diese Sanierungsfahrpläne zu erstellen.", so Schneider weiter.

Kritisch sieht der Verband das in der Strategie erwähnte Informations- und Beratungssystem. Schneider: „Es darf nicht dazu führen, dass Gebäudeeigentümer, die schon bereit sind ihre Immobilie energetisch zu ertüchtigen, dadurch in der Umsetzung dringend notwendiger Sanierungen gehemmt werden, wenn sie erst ein System von Information und Beratung durchlaufen müssen. Hier dürfen den Willigen nicht noch zusätzliche Lasten auferlegt werden."

„Wichtig ist auch“, so Schneider weiter, „dass nicht die Anforderungen in der Energieeinsparverordnung (EnEV) verschärft, sondern durch Information und Förderung energetische Modernisierungen angestoßen werden. Letztendlich muss eine Breitenwirkung erreicht werden um die noch zahlreichen älteren Gebäude energieeffizienter zu machen.“