03. Dezember 2015

Flexibler Wohnraum statt improvisierte Notunterkünfte

15-12-01_fluechtlingsunterkunft Ausbau und Fassade - Flexibler Wohnraum statt improvisierte Notunterkünfte
Visualisierung: Die Konzepte der 81fünf für die Unterbringung von Flüchtlingen berücksichtigen die schwierige Aufgabe der Integration, genauso schließen sie eine spätere flexible Nutzung der Gebäude mit ein. Quelle: Kröger/Brakemeier

Viele Kommunen stehen vor der schwierigen Aufgabe, Unterkünfte für die ihnen zugewiesenen Flüchtlinge bereitzustellen. Dass diese Herausforderung auch eine Chance für den lokalen Wohnungsmarkt sein kann, darauf weist die 81fünf AG hin. Das bundesweite Netzwerk von Zimmereien, Architekten und Haustechnikern hat flexible Gebäudekonzepte entwickelt, die zunächst als Wohnheim dienen und sich später auch anders nutzen lassen.

Die Partner im 81fünf-Netzwerk tauschen sich schon seit Jahren über neue Entwicklungen im ökologischen Holzbau aus. Normalerweise geht es dabei um Wohnhäuser oder Gewerbegebäude. Doch nach den ersten Berichten über die Unterbringungsnot in den Kommunen haben sich die Partner Gedanken über kostengünstige und nachhaltige Lösungen gemacht, die von der Alternative zum Wohncontainer bis zum kompletten Siedlungsprojekt reichen. "Die Flexibilität des Holzrahmenbaus gibt den Kommunen die Möglichkeit, jetzt schnell Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig Handlungsspielraum für zukünftige wohnungsmarktpolitische Entscheidungen zu gewinnen", sagt Elster.
Ein Konzept nutzt beispielsweise modulare Wohneinheiten, die zum jetzigen Zeitpunkt vielen Flüchtlingen Platz bieten. Später lassen sich einzelne Module abbauen, um an anderer Stelle und mit anderem Grundriss wieder eingesetzt zu werden. Ob als Reihenhaus für Familien oder als Raumerweiterung für Schulen. Wegen der statischen Vorzüge von Holz ist nahezu jeder Grundriss möglich. Der Holzrahmenbau erfüllt zudem auch die strengen baurechtlichen Vorgaben, wie sie zum Beispiel bei Kindergärten und Schulen gefordert sind. "Die Kommunen können mit diesen Objekten auch zukünftig auf veränderte Bedürfnisse am Wohnungsmarkt reagieren", so Elster weiter.

"Die bisherigen Containerlösungen stellen nur eine improvisierte und kurzfristige Lösung dar", kritisiert Thomas Elster. Dagegen planen die Konzepte der 81fünf den Integrationsauftrag, den die Kommunen übernehmen müssen, schon mit ein. Denn die Gebäude sind überall einsetzbar und passen sich äußerlich an das Erscheinungsbild des Umfeldes an. Selbst Baulücken lassen sich auf diese Weise sinnvoll schließen. Auch eine Erweiterung oder Aufstockung ist mit Holz relativ einfach umzusetzen. Die Gebäude werden in Hallen vorgefertigt, um vor Ort lediglich noch aufgebaut zu werden. Dies braucht meist nur wenige Tage und erklärt auch, warum ganze Gebäude später umziehen können. "Durch Kooperationen innerhalb des Netzwerks lassen sich auch große Projekte mit der handwerklichen Qualität des Mittelstandes umsetzen", ergänzt Elster.