14. Dezember 2015

Wärmedämmung vor dem Preis – wenn man die Bauherren fragt

Die Wärmedämmung spielt bei der Kaufentscheidung eine wichtige Rolle.

Bei der Wahl des zu verwendenden Baumaterials spielen je nach Produktgruppe die unterschiedlichsten Kriterien eine wichtige Rolle. Hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen den privaten Bauherren und den Einschätzungen der Handwerker. Wie die Ergebnisse der aktuellen Bau Info Consult Jahresanalyse 2015 zeigen, achten die privaten Häuslebauer beim Wandbaustoff primär auf die wärmedämmenden Eigenschaften.

Die Bauunternehmer gehen dagegen davon aus, dass Ihre Kunden bei dieser Produktgruppe primär auf das Preis-Leistungs-Verhältnis schielen. Aber auch beim Thema Schallschutz scheiden sich die Geister. Die Ergebnisse der zentralen Branchenstudie zum deutschen Baugewerbe zeigen deutlich, dass die wärmedämmenden Eigenschaften das wichtigste Entscheidungsmerkmal für die privaten Häuslebauer ist, wenn es darum geht einen Wandbaustoff auszuwählen. 60 Prozent der befragen Bauherren geben an bei der Auswahl der Wandmaterialien besonders auf die wärmedämmenden Eigenschaften zu achten.

Für 57 Prozent der Bauherren ist die Qualität der Wandbaustoffe ein weiterer maßgeblicher Punkt bei ihrer Auswahl und für die Hälfte der Befragten spielt das Preis-Leistungs-Verhältnis eine entscheidende Rolle. Erstaunlicherweise achten fast die Hälfte der privaten Bauherren bei der Entscheidung auch auf die schalldämmende Wirkung des Wandmaterials – ein Punkt, der in diesem Zusammenhang auf Anhieb landläufig eher weniger im Bewusstsein verankert ist.

Fragt man nun die Bauunternehmer, was sie glauben, worauf Ihre privaten Kunden bei der Wahl des Wandbaustoffes besonders Wert legen, so zeigt sich ein etwas anderes Bild: Zwei Drittel der Bauunternehmer sind der Meinung, dass Ihre Kundschaft das Preis-Leistungs-Verhältnis an oberster Stelle haben – für die privaten Häuslebauer rangiert dieses Kriterium mit 50 Prozent hingegen nur auf dem dritten Platz.

Beim Thema Qualität des Wandmaterials sind die Unterschiede noch stärker ausgeprägt: So glaubt nur ein Drittel der Bauspezialisten, dass Ihre Auftraggeber bei der Entscheidung für den Wandbaustoff auf die Qualität achtet. Für die privaten Endkunden ist das Thema Qualität mit 57 Prozent nach eigener Einschätzung das zweitwichtigste Kriterium.

Auch beim Schallschutz scheiden sich die Geister. Während lediglich ein Viertel der befragten Bauprofis der Ansicht sind, dass ihre Kunden auf geräuscharme Wände achten, geben 45 Prozent der befragten privaten Bauherren an diesen Aspekt bei der Entscheidung wichtig zu finden. Ein Grund für diese unterschiedliche Einschätzung liegt zum Teil auch daran, dass je nach Lage und Art des Neubaus – etwa an viel befahrenen Straßen oder bei Doppelhaushälften – die Schallisolation für die Bauherren besonders wichtig ist, denn letztendlich müssen sie ja meistens in den Gebäuden leben und nicht der Bauunternehmer.

Es gibt allerdings auch Kriterien, die für beide Gruppen unstrittig scheinen: So sind für beide die Themen Wärmedämmung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit des verwendeten Materials mit ähnlichen Abstufungen gleich wichtig. Die Ergebnisse sind Bestandteile der vor kurzem erschienenen Jahresanalyse 2015/2016, der jährlichen Studie von Bau Info Consult zu Konjunktur und Entwicklungstrends in der Bau- und Installationsbranche.