18. Februar 2016

FAF-Forum: Die Branche im Dialog

Wie sehen sie aus, die Fassaden und Innenraumwände der Zukunft? Geht der Trend weg von der glatten Glas- und Steinarchitektur und wieder hin zur Struktur oder zum verspielten Ornament? Und wie steht es um die Neuheiten rund um das vielseitige Gestaltungsmittel Putz? Darüber tauschen sich renommierte Architekten, Stuckateure, Maurer und Ausbilder anlässlich des "Architekturforums" auf der FAF aus, das am Mittwoch, Donnerstag und Freitag, jeweils von 14 bis 17 Uhr in Halle A3, Stand 320 stattfindet.

Am ersten Messetag (Mittwoch, 2. März, ab 14 Uhr) treten Jürgen Bartenschlag (Sauerbruch Hutton Architekten, Berlin), Prof. Dr. Markus Schlegel (HAWK Hildesheim) und der Maurer-

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Mit welcher Putztechnik man in der Renaissance Türbögen gestaltet hat, zeigt dieses Foto einer Segmentbogenbekrönung – ein Beispiel aus einem von Hans Bruckners Stuckateur-Meisterkursen. Foto: Hans Bruckner

und Stuckateurmeister Hans Bruckner miteinander in Dialog. Bruckner, der Lehrlinge ausbildet und Dozent bei Stuckateur-Meisterkursen in der Bauinnung München ist, hat dabei vor allem das Thema Gestaltungsmittel Putz aus Sicht der ausführenden Gewerke im Blick. Der Ausbildungsmeister wird den Bogen von den Techniken der Frühzeit über die Renaissance bis zur Moderne schlagen. Und Fragen klären wie: Was unterscheidet herkömmlichen, selbstgemachten Mörtel von modernem Industrie-Putz? Welcher Untergrund verträgt welchen Auftrag? Und was sind die klassischen Fehler? "Putz hat eine enorme Bedeutung als Witterungsschutz, als Untergrund für Farben und für die Gestaltung einer Fläche", sagt Bruckner. "Ein Blick auf die Feinheiten lohnt sich, denn wer nicht genau weiß, was er tut, wird auf der Baustelle immer wieder Pannen erleben."


Um das Spannungsfeld zwischen guter Alltags-Architektur und der Herausarbeitung des Besonderen wird es bei der Diskussionsrunde am Freitag, 4. März ab 14 Uhr gehen. Dann treffen Johannes Ernst (Steidle Architekten, München), Prof. Dr. Armin Rogall (FH Dortmund) und Sebastian Rost, Stuckateurmeister und Restaurator im Handwerk aus Berlin, aufeinander. "Putz ist neben dem Ziegel der normalste und gleichzeitig vielseitigste Baustoff, mit dem wir arbeiten können", sagt Architekt Ernst. "Die Aufgabe ist, das gleiche Material immer wieder neu zu interpretieren." Wie das gehen kann, davon kann Sebastian Rost viel erzählen. "Wir können historische Techniken für die Moderne adaptieren wie den mit Kellen oder Besen gefertigten Stipp-Putz der Barockzeit. Wir können im Putz stempeln, mit Schablonen arbeiten, fantastische Muster frei Hand antragen. Oder Naturstein imitieren, indem wir trockenen Putz in Teilen wieder herausbrechen."

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Sgrafitto des Stuckateurmeisters und Restaurators Sebastian Rost mit eingefärbtem Kalkmörtel an einer Musterwand des Berliner Flughafens. Foto: Sebastian Rost

Auch die Putztechnik des Sgrafitto mit unterschiedlich farbigen Putzen übereinander, bei der Ornamente und Bildwerke entstehen können, lasse sich in modernen Gebäuden anwenden. Erst kürzlich hat Rost eine Musterfläche im Berliner Flughafen in Sgraffito gestaltet. "Die Menschen sind heute der Glasarchitektur und glatten Steinfassaden ein bisschen überdrüssig", ist Rost überzeugt. "Sie haben wieder eine neue Sehnsucht nach dem Besonderen, das Altbauten an sich haben. Auch in der Architektur tastet man sich langsam wieder an die Idee des Ornaments heran."

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