10. Juni 2016

Baugewerbe: Neuer Tarifvertrag ist jetzt verbindlich

Das am 17. Mai 2016 für die rund 760.000 Beschäftigten im Baugewerbe erzielte Verhandlungsergebnis hat die Zustimmung der Entscheidungsgremien des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes und des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie gefunden. Damit gelten im Baugewerbe ab 1. Mai 2016 höhere Löhne und Gehälter (Tarifgebiet West: + 2,4 %, Tarifgebiet Ost: + 2,9 %). Die tariflichen Ausbildungsvergütungen werden erst ab 1. Juni 2016 erhöht.

Mit dem neuen Tarifvertrag gilt mit Wirkung zum 1. Januar 2017: Wer auf einer weit entfernten Baustelle arbeitet, erhält künftig die Unterkunft von seinem Arbeitgeber gestellt. Darüber hinaus hat er Anspruch auf eine Verpflegungspauschale von mindestens 24 Euro pro Tag. Der Betrag kann mit einer Betriebsvereinbarung sogar auf bis zu 28 Euro pro Tag, also 140 Euro pro Woche, angehoben werden.

Für Auszubildende gilt, dass im ersten Ausbildungsjahr ihre Vergütung um mehr als zehn Prozent steigt.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, ZDB-Vizepräsident Frank Dupré, zeigte sich zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis, obwohl nicht alle Mitgliedsverbände dem Tarifvorschlag zugestimmt haben. Dafür habe er Verständnis: „Die unterschiedliche Umsatz-, Ertrags- und Wettbewerbssituation unserer Mitgliedsbetriebe in den einzelnen Bundesländern hat auch zu unterschiedlichen Reaktionen auf das Verhandlungsergebnis geführt. Das macht deutlich, wie schwierig in bundesweiten Tarifverhandlungen der Spagat zwischen den Erwartungen auf der einen Seite und dem Verkraftbaren auf der andern Seite ist. Offensichtlich sind wir in diesem Spagat der Gewerkschaft für einige Mitgliedsverbände zu weit entgegen gekommen. Unser Ziel, nur tarifliche Mindestbedingungen zu vereinbaren, haben wir noch nicht erreicht. Die hohe Zustimmungsquote zeigt aber auf der anderen Seite die gleichwohl breite Akzeptanz unseres diesjährigen Tarifabschlusses.“