14. Juni 2016

Auszubildende bleiben ihrem Ausbildungsbetrieb länger treu

16-06-14_neu_Fotolia Ausbau und Fassade - Auszubildende bleiben ihrem Ausbildungsbetrieb länger treu
Ein Großteil der Lehrlinge verlässt direkt nach der Ausbildung den Betrieb. Foto: Fotolia

Baubetrieben gelingt es, ihre Auszubildenden zunehmend länger an sich zu binden. Dies geht aus einer Analyse der Ausbildungsjahrgänge 2000, 2004, 2008 und 2012 hervor. Das ist die gute Nachricht, die schlechte lautet: Schon ein Großteil der Azubis verlässt direkt nach der Ausbildung den Betrieb.

Während nur rund 5 % der Auszubildenden des Abschlussjahrgangs 2000 nach fünf Jahren noch in ihrem Ausbildungsbetrieb beschäftigt waren, waren dies immerhin 6 % des Ausbildungsjahrganges 2004. Auszubildende des Abschlussjahrgangs 2008 blieben sogar mit einem Anteil von rund 12 % auch noch fünf Jahre nach Ausbildungsende ihrem Ausbildungsbetrieb treu. Dieser Trend scheint sich auch für das Ausbildungsjahr 2012 fortzusetzen. Allerdings steigt die Zahl derjenigen Auszubildenden, die direkt nach der Ausbildung ihren Ausbildungsbetrieb verlassen. Wurde im Jahr 2000 noch rund die Hälfte der Auszubildenden direkt im Ausbildungsbetrieb weiterbeschäftigt, beträgt der Anteil in den Jahren 2004 und 2008 nur noch rund 43 %. Auszubildende des Jahrganges 2012 schließlich sind nur noch mit einem Anteil von 38 % direkt nach der Ausbildung bei ihrem Ausbildungsbetrieb geblieben.

Auszubildende des Jahrgangs 2000 blieben zu 61 % direkt im Anschluss an das Ausbildungsende in einem Baubetrieb beschäftigt. Daraus folgt, dass rund 11 % den Arbeitgeber innerhalb der Baubranche gewechselt haben. In den Folgejahren schwankt der Anteil dieser Auszubildenden, die den Arbeitgeber wechseln, zwischen 7 % (2004) und 12 % (2008). Insgesamt ist diesbezüglich somit kein klarer Trend auszumachen.

Für den Verbleib eines großen Teils der fertig ausgebildeten Fachkräfte gibt es grundsätzlich drei Erklärungsmöglichkeiten: Den Zugang in die Arbeitslosigkeit, den Wechsel in einen Betrieb außerhalb der Bauwirtschaft (z. B. in einen Betrieb des Ausbaugewerbes) oder aber den Wechsel in die Selbständigkeit. Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit ist der Zugang von Auszubildenden aus dem Baugewerbe in die Arbeitslosigkeit im Trend rückläufig, lediglich im Krisenjahr 2008 war ein stärkerer Anstieg zu verzeichnen. Die Zahl der Baubetriebe ist dagegen im betrachteten Zeitraum nach Angaben aus dem Unternehmensregister des Statistischen Bundesamtes stetig gestiegen.

Bis ins Jahr 2008 war zudem ein Anstieg der Solo-Selbständigen zu verzeichnen und es ist davon auszugehen, dass sich Auszubildende, wenn sie sich direkt nach der Ausbildung selbständig machen, dies erst einmal ohne Beschäftigte machen. Somit gibt es Hinweise, dass sich einige Auszubildende direkt nach ihrer Ausbildung selbständig gemacht haben könnten und dies wohl zu den sinkenden Weiterbeschäftigungsraten beigetragen hat. Der Wechsel in Betriebe angrenzender Wirtschaftszweige, insbesondere des Ausbaugewerbes, kann mit Hilfe gängiger Statistiken zwar nicht belegt, aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Für die Bauwirtschaft kann es somit nicht allein darum gehen, Auszubildende für die Branche zu gewinnen. Insbesondere müssen ausgelernte Fachkräfte in der Branche bzw. im Betrieb gehalten werden, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.