30. Juni 2016

Energieeffizienz in Europa im Überblick

16-06-28_ESG_R Ausbau und Fassade -  Energieeffizienz in Europa im Überblick

Die zweite Ausgabe des Energy Saving Guide (ESG) ist jetzt erschienen. Der ESG 2016 liefert eine fundierte Zusammenfassung der Ergebnisse aus 32 aktuellen Studien und Erhebungen zum Thema Energieeffizienz in Europa und analysiert den aktuellen Stand bei der Erreichung der 2020- und 2030-Ziele der EU. Dabei wird insbesondere das große volkswirtschaftliche und ökologische Potenzial der energetischen Gebäudesanierung in Europa deutlich.

„Inzwischen hat sich gerade auf internationaler Ebene so viel getan, dass eine Neuausgabe mit aktualisierten Trends und Inhalten erforderlich wurde“, erläutert EAE-Geschäftsführer Ralf Pasker. Der EAE ist der europäische Dachverband von zwölf nationalen WDVS-Industrieverbänden.

Die im ESG präsentierten Daten zeigen einmal mehr, dass allein mit strengeren Richtlinien für Neubauten keine substanzielle Verringerung des Gebäudeenergieverbrauchs und der damit verbundene Umweltbelastungen in der EU zu erreichen ist. Das größte Potenzial liegt im Altbaubestand, der noch immer rund 40% des gesamten Energieverbrauchs ausmacht, insbesondere für das Heizen. Die Studien stimmen darin weitgehend überein, dass sich eine europaweite Sanierungsoffensive im Altbaubestand in mehrfacher Hinsicht positiv auswirken würde: wirtschaftlich, politisch, sozial und ökologisch.

Eine im ESG präsentierte Studie der EU Kommission unterstreicht eindrucksvoll die Katalysator-Funktion der Bauwirtschaft bei der Erfüllung der CO2-Einsparziele in den kommenden Jahrzehnten. Renovierungen und energetische Sanierungen generieren danach eine fast doppelt so hohe Wertschöpfung wie der Neubau und beschäftigen dreimal mehr Menschen als die Energieversorger bei vergleichbarer Wertschöpfung.

Mit dem Projekt der Innovation City in Bottrop wird das Thema Energieeffizienz in einen größeren Zusammenhang gestellt und nachgewiesen, dass sich im Zusammenschluss die positiven Effekte konsequenter Energiesparmaßnahmen noch intensivieren lassen. Dies gilt auch in sozio-kultureller Hinsicht durch die Aufwertung von ganzen Quartieren. Der Bericht im ESG macht dies eindrucksvoll deutlich.

Das trifft ebenso für den Beitrag von Martin Treberspurg zu, Professor für Ressourcenorientiertes Bauen an der Wiener Universität für Bodenkultur und Architekt, der die Bedeutung der energetischen Modernisierung im Bestand hervorhebt und zeigt, welches gestalterische Potential hier möglich ist, wenn man dem Thema ideologiefrei gegenübertritt.

Alle Anstrengungen – so ein Ergebnis der Betrachtungen des ESG – müssen europaweit verstärkt werden und darauf abzielen, die jährliche Sanierungsrate des Gebäudebestands mindestens auf zwei bis drei Prozent zu verdoppeln. Denn die Herausforderungen höherer Energieeffizienz in den verbleibenden Zeiträumen werden weiter wachsen.

Der neue 48seitige Energy Saving Guide 2016 kann bei der EAE-Geschäftsstelle in Baden-Baden oder bei den EAE-Mitgliedern kostenfrei bestellt werden:

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