04. Juli 2016

Unsicherheit der Sparer wächst

Die Unsicherheit der Sparer wächst. Gleich drei der wichtigsten vier Sparziele – „Konsum/Langfristige Anschaffungen“, „Altersvorsorge“ und „Kapitalanlage“ – verlieren an Bedeutung. Nur „Wohneigentum“ steigt in der Gunst der Sparer. Bemerkenswert bei den weiteren Sparzielen: „Notgroschen/Reserve“ erzielte den höchsten jemals gemessenen Wert.

Das ist ein Ergebnis der Sommerumfrage 2016 zum Sparverhalten der Deutschen. TNS Infratest befragte dazu im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen zum 57. Mal über 2.000 Bundesbürger im Alter von über 14 Jahren.

Gegenüber der Frühjahrsumfrage verlor das Sparziel „Konsum/Langfristige Anschaffungen“ 5 Prozentpunkte. Aktuell wird es nur noch von 56 Prozent der Befragten genannt. Auf den gleichen Wert kommt das Sparziel „Altersvorsorge“. Es sank um 3 Prozentpunkte. Unverändert auf Platz drei der Rangliste folgt „Wohneigentum“. 44 Prozent sparen zu diesem Zweck – 1 Prozentpunkt mehr als im Frühjahr. 

Einen Rückgang um 2 Prozentpunkte gab es beim Sparziel „Kapitalanlage“. Lediglich 26 Prozent nannten es jetzt. Dafür stieg das Sparziel „Notgroschen/Reserve“ um 2 Prozentpunkte auf 7 Prozent – und damit auf den höchsten Wert, der jemals seit Beginn der Umfragereihe im Jahr 1997 gemessen wurde. Gleichzeitig verzeichnete das Sparziel „Ausbildung der Kinder“ einen Rückgang um 1 Prozentpunkt auf 4 Prozent.

„Die Unsicherheit der Sparer wächst deutlich“, kommentierte Andreas J. Zehnder, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Privaten Bausparkassen, die aktuellen Ergebnisse. „Einen gleichzeitigen Rückgang sowohl bei Sparzielen ´Konsum/Langfristige Anschaffungen´, ´Altersvorsorge´ und ´Kapitalanlage´ hat es zuletzt kurz nach dem Höhepunkt der Finanzkrise im Herbst 2008 gegeben.“ Zusammen mit dem Rekord beim Sparziel „Notgroschen“ sollte das die Politik nachdenklich stimmen, selbst wenn dieser Wert noch immer einstellig sei.