04. Juli 2016

Deutsche Bauindustrie: Brexit macht Sorgen

16-07-04_Brexit-Folgen_480 Ausbau und Fassade - Deutsche Bauindustrie: Brexit macht Sorgen
Grafik: Heinze

Die Finanzmärkte haben direkt am vergangenen „schwarzen Freitag“ gezeigt, wie schwerwiegend sie die Entscheidung der Briten einschätzen – für Großbritannien, die EU und auch für Deutschland. Gleich zur Börsenöffnung brach auch der DAX um mehr als 10 Prozent ein – denn für die Exportnation Deutschland könnte der Handel mit dem drittwichtigsten Partner deutlich erschwert werden. 

In einer spontanen Umfrage der Heinze Marktforschung unter Herstellern von Bau-, Ausstattungs- und Einrichtungsprodukten zeigte sich dagegen vor allem eine nachdenkliche Stimmung. 41 % der 254 Befragungsteilnehmer gaben an, dass Großbritannien für ihr Unternehmen eine wichtige Rolle spielt und eine Mehrheit von 61 % schätzt die langfristigen Auswirkungen für Deutschland insgesamt eher negativ ein – getrieben durch den erschwerten Außenhandel, eine deutliche Abwertung des Pfunds und Einbrüche am Aktienmarkt, so die spezifischen Erwartungen einer großen Mehrheit.

Beim Fokus speziell auf die Baukonjunktur befürchten mehr als zwei von drei Herstellern Absatzrückgänge deutscher Produkte in Großbritannien. In dem Umkehrschluss, einer Schwächung britischer Produktanbieter in Deutschland, sieht dagegen gerade einmal jeder Vierte neue Absatzchancen.

Der von 74 % der Befragten unerwartete Brexit wird deshalb mit großer Sorge zur Kenntnis genommen, von Schock oder Hysterie wie an den Börsen ist jedoch derzeit noch nichts zu spüren.