07. Juli 2016

Kraftlose Baukonjunktur im Mai

16-02-22_Baukonjunktur Ausbau und Fassade - Kraftlose Baukonjunktur im Mai
Die Baukonjunjtur hat im Mai 2016 an Schwung verloren. Foto: Rike/Pixelio.de

Die Auswertung der von den Unternehmen der Bauwirtschaft an Soka-Bau übermittelten Beitragsmeldungen hat ergeben, dass das effektive Arbeitsvolumen im Mai saisonbereinigt um 3,5 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken ist. Im April war das Arbeitsvolumen bereits um rund ein Prozent geschrumpft. Auch die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer sank weiter, und zwar um ein Prozent, während die Bruttolohnsumme um 0,2 Prozent zurückging.

Damit ähnelt die Entwicklung der aus dem Jahr 2014: nach einem milden Winter und damit starkem Jahresbeginn bleibt die übliche Frühjahrsbelebung aus. Die verfügbaren Indikatoren deuten auch darauf hin, dass es sich lediglich um witterungsbedingte Verschiebungen handelt. So ist der vom ifo erhobene Geschäftsklimaindex für das Bauhauptgewerbe im Juni weiter gestiegen und hat den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung markiert. Auftragseingänge und Baugenehmigungen sind zwar jüngst gesunken, liegen aber immer noch deutlich über dem Niveau vom Jahresende 2015.

Der erneute Rückgang der Langfristzinsen wirkt dabei wie ein Konjunkturprogramm für den Wohnungsbau. Bereits im Mai befanden sich die Zinsen für neu vergebene Hypothekenkredite nahe ihrer Allzeittiefststände, seitdem haben die Zinsen an den Kapitalmärkten weiter nachgegeben. Der Wirtschaftsbau dürfte dagegen auf absehbare Zeit unter der gestiegenen Unsicherheit im Industriesektor leiden, die das Votum für einen Austritt Großbritanniens aus der EU mit sich bringt.

Der öffentliche Bau profitiert in diesem Jahr insbesondere von höheren Investitionen im sozialen Wohnungsbau; jüngst hat diesbezüglich eine Diskussion eingesetzt, ob die Zuständigkeit hierfür in Zukunft nicht besser wieder beim Bund anzusiedeln wäre. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes erwarten für das laufende Jahr einen Anstieg des Umsatzes im Bauhauptgewerbe um gut 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.