26. Juli 2016

Eicke Hennig: „Wärmedämmung – es geht nicht ohne!“

16-07-26_Hennig Ausbau und Fassade - Eicke Hennig: „Wärmedämmung – es geht nicht ohne!“
Eicke-Hennig, Programmleiter der „Hessischen Energiespar-Aktion“, ist engagierter Fachmann in Sachen Wärmedämmung. Foto: Dolt

„Es geht in unseren Breiten nicht ohne Wärmedämmung“, sagt Werner Eicke-Hennig, Programmleiter der „Hessischen Energiespar-Aktion“, „bei uns ist es über neun Monate des Jahres so kalt, dass unsere Häuser Tag und Nacht über ihre Außenbauteile auskühlen. Nur Dämmstoffe reduzieren diesen Wärmeabfluss aus dem Haus. Bei einem Kühlschrank oder einem Warmwasserspeicher machen wir es nicht anders.“

Jede Thermografie zeigt diese Wärmeverluste in ihrem Farbbild an. Die Außenbauteile eines Einfamilienhauses stellen rund 400 bis 500 m² Abkühlfläche dar: Innen 20° Celsius, außen wechselnde Wintertemperaturen zwischen 12 und minus 25° Celsius. „An diesen Abkühlflächen müssen wir etwas tun, sonst bleibt der Heizenergieverbrauch unserer Häuser immer hoch“, so Eicke-Hennig weiter. „Auch wenn modernste Heiztechnik eingesetzt wird: Ohne Dämmung muss die Technik so viel Wärme ins Haus liefern, wie durch die Außenbauteile und die Lüftung wieder verloren gehen.“ Die „Hessische Energiespar-Aktion“ hat deshalb die Handlungsmöglichkeiten am Haus in „sechs Schritten zum Energiesparhaus“ beschrieben. Diese Energiesparmaßnahmen sind erprobt und erfolgreich:

  • Außenwand: Mindestens 12 cm Dämmstoff außen oder 8 cm Dämmstoff innen. Die Luftschicht von Hohlmauerwerk kann mit 6 bis 8 cm gedämmt werden.
  • Dämmung des Daches mit mind. 20 cm Dämmstoff, z.B. zwischen/unter oder auf den Sparren.
  • Neue Fenster mit Zwei- oder Dreischeiben-Wärmeschutz-Isolierverglasung.
  • Kellerdeckendämmung mit 8 cm Dämmstoff
  • Gas- oder Öl-Brennwertkessel für den Heizungskeller (Alternativ prüfen: Pelletheizung, Mini-BHKW bei größerem Energieverbrauch)
  • Wahlweise: Solaranlage für die Brauchwasseranlage

Vier der sechs Schritte sind Dämm-Maßnahmen. Sie begrenzen die Wärmeverluste des Hauses und können den Heizenergieverbrauch bereits um 60 Prozent reduzieren, wenn sie in der genannten Qualität ausgeführt werden. Mit noch höheren Dämmdicken und Dreifachverglasung erreicht man einen Standard mit nur noch 20 bis 30 Heiztagen im Winter, während die Heizperiode ungedämmter Altbauten bis zu 240 Tage lang ist. Die hohe Behaglichkeit in solchen Häusern ist frappant. Die Räume kühlen nicht aus, obwohl nachts die Heizung abgestellt ist.

„Die Wärmedämmung hat dabei eine Schlüsselfunktion. Ohne einen Abschied von unseren heute noch überhöhten Heizenergieverbräuchen geht es nicht, unsere Häuser müssen sparsamer werden. Unser Glück: Dämmstoffe sind die billigsten Baustoffe. Seitdem der Energiepreis 50 Cent pro Liter Heizöl oder Kubikmeter Erdgas überschritten hat, sind fast alle Dämmmaßnahmen wirtschaftlich. Selbst bei Gebäuden der achtziger und neunziger Jahre lohnt bereits eine Dämmung“, so der Energieexperte.