02. August 2016

Passivhaus Institut entwickelt Fahrplan für die Sanierung

16-07-28_PassivhausEnerPhit Ausbau und Fassade - Passivhaus Institut entwickelt Fahrplan für die Sanierung
Viele Hausbesitzer gehen die Sanierung schrittweise an. Komplettsanierungen wie bei diesem Einfamilienhaus sind die Ausnahme. Mit einem Gesamtplan sollten die einzelnen Sanierungsschritte aufeinander abgestimmt werden. Foto: Passivhaus Institut

Viele Hausbesitzer gehen die Sanierung ihres Hauses schrittweise an. Damit es später nicht zu unnötigen Mehrkosten kommt, sollten alle geplanten Maßnahmen für die energetische Sanierung schon vor dem ersten Schritt aufeinander abgestimmt werden. Für diese vorausschauende Planung hat das Passivhaus Institut in Darmstadt aktuell den EnerPHit-Sanierungsplan entwickelt.

Viele Eigentümer scheuen die Kosten für eine komplette Sanierung. Sie renovieren stattdessen jeweils die Bauteile mit aktuellem Instandsetzungsbedarf. Die Zahlen dazu sind eindeutig: Laut Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung werden 85 Prozent der Mittel für Modernisierungen in Teilsanierungen investiert. Die Mehrheit der Förderanträge bei der KfW wird ebenfalls für einzelne Sanierungsmaßnahmen gestellt. Auch schrittweise durchgeführte Modernisierungen sind daher ein wichtiger Baustein für das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen.

Behagliche Gebäude mit geringen Energiekosten

„Bevor es losgeht, sollte jedoch ein Gesamtplan für alle aktuell und später geplanten Modernisierungsschritte aufgestellt werden. Nur so wird sichergestellt, dass alles gut zusammenpasst und der Eigentümer sich nach dem letzten Schritt über ein behagliches Gebäude mit geringen Energiekosten freut“, erklärt Zeno Bastian vom Passivhaus Institut.
Der Leiter der Abteilung Gebäudezertifizierung hat dafür mit seinem Team den EnerPHit-Sanierungsplan entwickelt. Dieser Sanierungsplan ermöglicht die vorausschauende Planung der einzelnen Sanierungsschritte und erleichtert es, den EnerPHit-Standard zu erreichen.

Weltweiter Standard für Sanierungen

Mit dem EnerPHit-Standard setzte das Passivhaus Institut bereits 2010 einen energetischen Standard für Altbauten auf Passivhausniveau. Dieser Standard wird inzwischen weltweit angewendet. Konkrete Maßnahmen für unser kühl-gemäßigtes Klima sind unter anderem mindestens 20 cm Wärmedämmung für die Gebäudehülle, dreifach verglaste Fenster mit gedämmten Rahmen, eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung sowie die Verminderung von Wärmebrücken.

Der EnerPHit-Sanierungsplan ist in der aktuellsten Version des Planungswerkzeugs Passivhaus-Projektierungs-Paket (PHPP) des Passivhaus Instituts integriert.