05. September 2016

NRW-Geburtstagsfest: Stuckateure vertreten das Handwerk

Beim Geburtstagsfest des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen: Jonas Beckmann (l.) von der Nationalmannschaft der Stuckateure im Gespräch mit NRW-Bauminister Michael Groschek (r.). Mitte: Harald Siebert, Pressesprecher Baugewerbliche Verbände. Foto: Wilfried Meyer

Geschätzt 600.000 Menschen haben am letzten August-Wochenende in Düsseldorf den 70. „Geburtstag“ des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen gefeiert. Und mittendrin in der zweitägigen Mega-Fete die Baugewerblichen Verbände mit einer starken Stuckateur-Beteiligung: Die Bau-Nationalmannschafts-Mitglieder Jonas Beckmann aus Troisdorf bei Bonn und Maik Bielefeld aus dem westfälischen Salzkotten beantworteten Fragen der Festbesucher, gossen mit Kindern kleine Stuckfiguren und diskutierten mit dem nordrhein-westfälischen Bauminister Michael Groschek.

Die Präsentation des Baugewerbes war die einzige Beteiligung eines Handwerksverbandes an dem Fest. Deren Hauptziel war die Nachwuchswerbung, zumal die Aktion im Rahmen des vom Land geförderten Projekts Zukunfts-Initiative Handwerk NRW stattfand. Sein Auftrag ist unter anderem, die Betriebe dabei zu unterstützen, junge Leute mehr für das Handwerk zu interessieren. Bei dem Fest wurden insbesondere die Möglichkeiten, selbst „Hand an zu legen“ von Jung und Alt intensiv genutzt – ob beim Herzen aus Schieferplatten Schlagen, beim Legen von Fliesenmosaiken, bei einem kleinen Nagel-Wettspiel oder eben beim Stuckgießen unter Anleitung von Beckmann und Bielfeld.

Jonas Beckmann wurde zudem in eine Talkrunde mit Minister Groschek einbezogen. Dieser lobte seine Berufsentscheidung und den bisherigen Weg dabei: „Was vor allem diejenigen Junghandwerker aus den Bauberufen leisten, die bei nationalen oder sogar internationalen Wettbewerben dabei sind, imponiert mir deutlich mehr, als manches, was gerade bei der Olympiade zu sehen war!“ Er sagte zu, weitere nordrhein-westfälische Mitglieder des Bau-Nationalteams zu Gesprächen einzuladen, wie er es im vergangenen November schon mit den „Landeskindern“ Lukas Prell und Tim Welberg gemacht hatte, die bei den Berufe-Weltmeisterschaften WorldSkills in Sao Paulo so erfolgreich abgeschnitten hatten (Silbermedaille bei den Stuckateuren für Prell und 5. Platz bei den Fliesenlegern für Welberg). Beckmann berichtete dem SPD-Politiker über die Vielseitigkeit des Stuckateurhandwerks und schwärmte davon, dass man eigene Arbeitsergebnisse noch lange, lange Jahre später sehen könne. „Das macht mich immer sehr stolz. Selbst auf bestimmte Arbeiten meines Großvaters werde ich jetzt immer wieder noch angesprochen.“

Im Nationalteam des Baugewerbes habe er vor allem von den vielen und intensiven Trainings profitiert, antwortete Beckmann. Er habe dort aber auch „tolle Kollegen“ kennen gelernt. Die gute Ausbildung in den Bauberufen und die sorgfältige Vorbereitung auf die Wettkämpfe bildeten den Grundstock dafür, dass auf internationaler Ebene deutsche Stuckateure immer wieder sehr gut abschneiden würden. Minister Groschek wollte auch wissen, wie Beckmanns Umfeld auf seine damalige Berufswahl reagiert habe. Die liege ja quasi in seiner Familientradition begründet, meinte der junge Troisdorfer. Trotzdem habe es zunächst hier und da Verwunderung gegeben, die inzwischen jedoch einem großen Respekt davor gewichen sei, „was wir alles machen“.