17. Oktober 2016

Arbeitskräfte am Bau: Flüchtlinge mit Sprachkenntnissen gerne

Auch wenn die Flüchtlingszahlen laut Innenministerium aktuell gesunken sind, bleibt die Integration der zahlreichen Neuankömmlinge eine große Herausforderung – auch für den Arbeitsmarkt. Trifft es sich da nicht gut, dass das deutsche Handwerk von Nachwuchssorgen geplagt ist? In der Baubranche jedenfalls ist der Integrationswille groß – doch die Unternehmen sind in ihrem Umgang mit dem Thema auch nicht naiv.

Die Befragungsergebnisse aus der Studie Jahresanalyse 2016/2017 von Bau-Info-Consult zeigen, dass sich 41 Prozent der befragten Bauunternehmer vorstellen können Flüchtlinge vom Fleck weg einzustellen, wenn das Sprachniveau ausreicht. Doch damit allein ist es für viele nicht getan.

Fast genauso viele Bauunternehmen (43 Prozent) sind der Meinung, dass das Erreichen eines simplen Sprachniveaus nicht ausreicht. Die Zurückhaltung bei vielen Bauunternehmern ist allerdings auch in Teilen verständlich, wenn man sich die Praxis einmal vor Augen führt: Es steht fest, dass den Flüchtlingen in den Sprachkursen lediglich nur das sprachliche Rüstzeug an die Hand gegeben wird, um im deutschen Alltag zu bestehen. Es ist jedoch wohl kaum vorstellbar, dass den Lernenden Wörter wie „vorgehängte hinterlüftete Fassade“ oder etwa „Pressfittings“ in den staatlichen Sprachkursen vermittelt werden.

Daher bleibt es im Endeffekt an den einstellungswilligen Unternehmen den Flüchtlingen die Fachsprache zu vermitteln – was natürlich ein Mehraufwand an Zeit bedeutet. Dennoch könnte die aktuelle Asylsituation dazu beitragen den Fachkräftemangel langfristig etwas abzumildern, wenn alle – und hier ist ausdrücklich auch der Staat gefordert – den Willen haben die Sache in die Hand zu nehmen.