08. November 2016

Bei den Chorherren zu Gast

16-11-08_Tubag_Seminar Ausbau und Fassade - Bei den Chorherren zu Gast
Die Referenten des Tubag Sanierungsforums 2016 (v.l.): Dipl.-Ing. (FH) Christian Engels, Dipl.-Ing. (FH) Peter Berdi, Dr. Doris Fischer, Dr.-Ing. Helmut Maus, Dr. Petra Egloffstein, Walter Simon, Dr. Reinhard Lahr. Foto: Quick-mix

Das 13. Tubag Sanierungsforum fand Ende September in Neuwied statt und konnte mit einem neuen Besucherrekord aufwarten. Rund 120 Fachleute für die Sanierung historischer Baudenkmäler fanden sich in der Abtei Rommersdorf ein, um einen Einblick in aktuelle Entwicklungen in ihrem Fachgebiet zu gewinnen. Die Veranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Motto „Vergangenes bewahren – für die Zukunft sichern.“

Die Vorträge spannten einen weiten Bogen: Dr. Reinhard Lahr von der Stiftung der Abtei führte in die wechselvolle Geschichte des Gebäudes ein, dessen Langhaus noch 2015 mit Tubag NHL-Mörtel verputzt wurde. Dipl.-Ing. Thomas Metz von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland Pfalz stellte als oberster Denkmalschützer des Bundeslandes seine Behörde und ihre Aufgaben vor. Direkt im Anschluss führte Justizrat Dr. Rolf Schneider aus, dass die umfangreichen Rechte der Denkmalschutzbehörden oft im Gegensatz zu den Eigentumsrechten der Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden stehen.

Die weiteren fünf Vorträge gaben den Teilnehmern des Forums einen Einblick in die Herausforderungen und die Lösungen, die während der Arbeit an historischen Gebäuden entstehen. Dipl.-Ing. Peter Berdi zeigte in seinen Ausführungen über die Burg Landshut in Bernkastel-Kues, dass aus Architekten auch einmal Archäologen werden können. Während den Sanierungsarbeiten an der Burg stieß er auf bisher nicht bekannte Ruinen aus der Römerzeit, die die Geschichte des Gebäudes neu schrieben.

Dr. Petra Egloffstein tauchte mit ihrem Vortrag über formulierte Kalke und ihre Baustellentauglichkeit in materialkundliche Details ein. Formulierte Kalke sind ein Thema, an dem bei tubag intensiv geforscht und entwickelt wird. Sie können den Anforderungen historischer Gebäude gerecht werden und erzielen dabei im Vergleich zu NHL-Mörteln (Mörteln mit natürlich hydraulischem Kalk als Bindemittel) eine erhöhte Frühfestigkeit – bei gleicher Endfestigkeit. So können sie auch noch spät im Jahr bei sinkenden Temperaturen eingesetzt werden. Der bewährte und sehr gut auf die historische Bausubstanz abgestimmte NHL-Mörtel benötigt wärmere Temperaturen. Er muss so verarbeitet werden, dass er seine Endfestigkeit schon vor dem Eintritt des Winters erreichen kann.

Wie üblich endete die Veranstaltung mit einem Ausblick auf das nächste Jahr, dann wird das Sanierungsforum in Fulda zu Gast sein.