09. Dezember 2016

Hessischer Kratzputz ist jetzt immaterielles Kulturerbe

Am 9. Dezember haben die Deutsche UNESCO-Kommission, die Kultusministerkonferenz und die Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters verkündet, dass der Hessische Kratzputz zum immateriellen Kulturerbe gehört und damit eine kulturelle Ausdrucksform aus Deutschland ist. Auch die Zubereitung und Anwendung von traditionellem Kalkmörtel ist in die Liste aufgenommen worden. Lernen Sie den Putz für Fachwerkhäuser im Film kennen. 

Die Deutsche UNESCO-Kommission schreibt über den „hessischen Kratzputz“: Es handelt sich dabei um eine historische Putzweise in der ländlichen Bautradition, die bis in das 17. Jahrhundert zurückgeht und umgangssprachlich als hessischer Kratzputz bezeichnet wird. Diese handwerkliche und gestalterische Technik beschreibt die Verzierung von Fachwerkfassaden mit ornamentierten Putzen, die insbesondere in Hessen bis heute lebendig praktiziert wird. Mit Gefacheputzen verzierte Fachwerkhäuser finden sich jedoch auch in Unterfranken, Thüringen und im Gebiet Vierlanden bei Hamburg. Mehr dazu hier.

Auch die Zubereitung und Anwendung von traditionellem Kalkmörtel gehört jetzt zum immateriellen Kulturerbe. Mehr Informationen der Deutschen UNESCO-Kommission hier.

Für eine Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis ist entscheidend, dass kulturelle Ausdrucksformen nachweisbar lebendig und für die Trägergemeinschaft identitätsstiftend sind. Die Weitergabe von Wissen und Können, eine kreative Weiterentwicklung, freier Zugang zu der Tradition sowie eine Einbindung der gesamten Gemeinschaft sind weitere wichtige Kriterien. Die bisher aufgenommenen 34 Formen des Immateriellen Kulturerbes geben einen Eindruck der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in Deutschland. Das Register Guter Praxisbeispiele macht deutlich, wie das Immaterielle Kulturerbe in Deutschland erhalten werden kann.