09. Januar 2017

Junge Flüchtlinge imponieren in Baubetrieben - Beispiel: Frank Novender, Isoliertechnik

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Ahmad Tawana ist Deutscher Meister im Stuckateurhandwerk. Hier am Info-Stand des ZDB auf dem CDU-Bundesparteitag. Foto: ZDB/Fabry.

Beispiel 3: Frank Novender, Isoliertechnik

„Die beiden Jungs liegen mir sehr am Herzen“, sagt Frank Novender über den 17-jährigen Youssef Lwali, der aus Marokko stammt, und den ein Jahr älteren Sidiki Keita aus Guinea. Sie sind seit dem Frühjahr bei Novenders Unternehmen Isoliertechnik Hartmann in Mönchengladbach. Der Chef hatte die beiden in den Bildungszentren des Baugewerbes in Krefeld kennen gelernt bei seiner Suche nach Flüchtlingen, für die er etwas tun könne. Die Deutsch- und Mathekenntnisse der beiden unbegleiteten Jugendlichen erstaunten Novender. Er bot ihnen daher Lehrstellen als Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer an. Danach absolvierten Keita und Lwali eine sechsmonatige Einstiegsqualifizierung bei Hartmann. Die Förderung der Agentur für Arbeit stockte Novender noch um knapp 400 Euro auf, denn für ihn steht fest: „Für so wenig Geld muss bei uns niemand arbeiten!“ Zudem drängte der Hartmann-Geschäftsführer die beiden, die Hauptschule zu besuchen, um einen Abschluss zu bekommen. Im Betrieb erfüllen sie die Erwartungen so gut, dass der Plan, sie weiterzubeschäftigen, gültig bleibt. „Mit ihrem Enthusiasmus sind das wirkliche Schätzchen. In die investiere ich gerne“, schwärmt der Chef.

In diese Freude mischen sich jedoch Sorgen: In der Berufsschule tun sich die jungen Leute vor allem in den technischen Fächern schwer, wegen der langen ÜBL-Phase im ersten Lehrjahr kann Novender sie nicht so eng betreuen, wie er möchte, und vor allem hat Youssef Lwali noch immer keine Aufenthaltszusage. Während das bei Sidiki Keita kein Problem darstellte, soll Lwalis Heimat Marokko als „sicher“ eingestuft werden. Daher fehlen ihm die „Bleibeaussichten“. Frank Novender kämpft an allen Fronten seit Monaten dagegen und zugleich gegen eine mögliche Abschiebung an. „Der Junge ist dankbar für die Chance, er ist bei mir in Lohn und Brot und hat gute Aussichten.“ Deswegen hält er die Einschätzung der Ausländerbehörde für „eine Farce“, die er nicht hinzunehmen bereit ist.