20. Februar 2017

Badische Stuckateure: Billiganbieter bereiten Sorgen

233384_original_R_K_B_by_RainerSturm_pixelio.de Ausbau und Fassade - Badische Stuckateure: Billiganbieter bereiten Sorgen
Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Im Winter 2016/2017 verzeichnet das badische Stuckateurhandwerk eine insgesamt befriedigende Auftragslage. Der im vergangenen Jahr aufwärtsgerichtete Trend bei der Entwicklung der Baugenehmigungen im Wohnungsbau sorgt für eine ausreichende Nachfrage. Darüber hinaus stellt das Bauen im Bestand ein wichtiges Marktsegment für die Unternehmen dar.

Sehr positiv bewertet wird von den Verbandsmitgliedern nach wie vor die Konjunktur im Bereich Altbausanierung/Modernisierung. Hier sprechen 14 Prozent der Unternehmen von verhältnismäßig großen und 79 Prozent von ausreichenden Auftragsbeständen. Die energetische Aufrüstung von Gebäuden stellt angesichts des Klimawandels sowie steigender gesetzlicher Anforderungen für den Energieverbrauch von Gebäuden ein bedeutendes Tätigkeitsfeld für die Firmen dar.

Vor dem Hintergrund eines weiter hohen Baubedarfs besteht im badischen Stuckateurgewerbe eine große Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. 64 Prozent der Betriebe klagen über einen Arbeitskräftemangel bei Facharbeitern. Um einen ausreichenden Fachkräftenachwuchs zu sichern, setzen die Bau- und Ausbauverbände ihre umfangreichen Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung fort.

Große Sorge bereitet den einheimischen Stuckateurunternehmen die Konkurrenz durch Billiganbieter, die ihnen Marktanteile streitig machen. So kommt es bei öffentlichen Bauvergaben immer wieder zu Auftragserteilungen an Billigfirmen, welche einheimische Betriebe durch extrem niedrige Preisangebote unterbieten, nach der Auftragserteilung jedoch die vereinbarten Bauleistungen nicht oder nicht in der erforderlichen Qualität erbringen können. Um unangenehme Überraschungen durch Baumängel, Bauzeitverzögerungen oder Kostensteigerungen zu verhindern, appelliert der Fachverband Ausbau und Fassade Baden an die Auftraggeber, sich bei der Auftragsvergabe nicht allein am Preis, sondern auch an der Leistungsstärke und Seriosität der anbietenden Firmen zu orientieren. Angebotspreise, die deutlich unter denen der Mitbewerber liegen, entpuppen sich später häufig als unrealistisch oder sind auf der Grundlage illegaler Beschäftigungspraktiken kalkuliert. Die vermeintlich kostengünstige Lösung für die Realisierung eines öffentlichen Bauvorhabens erweist sich daher für die Auftraggeber im Nachhinein oft als teuer und mit vielen Nachteilen verbunden.