03. März 2017

Gemeinsam für mehr Nachwuchs im Bau

17-03-03_Fotolia Ausbau und Fassade - Gemeinsam für mehr Nachwuchs im Bau
Der Nachwuchsmangel bei den Bauberufen wird zunehmend zum Problem. Foto: Fotolia

Der Trend zum Studium, die sinkende Zahl an Schulabgängern sowie die demographischen Verhältnisse führen für die Betriebe der Bauwirtschaft zunehmend zu einem Engpass: Die Zahl der "über 50-Jährigen" ist am Bau seit 2008 um 55,4 Prozent gestiegen. In den kommenden 17 Jahren muss ein Drittel der Erwerbstätigen ersetzt werden. Aus diesem Grund werben der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen und der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure Frankfurt Rhein Main gemeinsam für die Bauberufe.

 „Der Nachwuchsmangel bei den Bauberufen wird zunehmend auch zum Problem für Architekten und Ingenieure in der Branche. Für die qualitätvolle und termingerechte Bauausführung sind gut ausgebildete, qualifizierte Fachkräfte unverzichtbar.“ erklärt Andreas Ostermann, 1. Vorsitzender des Bundes Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure Frankfurt Rhein Main. „Der derzeitige Bauboom wird anhalten – die Baubranche bietet sichere Arbeitsplätze für junge Leute.“
Die gemeinsame Aktion hat das Ziel, Jugendliche, Eltern, Lehrer und Öffentlichkeit über die Chancen einer Ausbildung am Bau zu informieren: „Wir müssen mit unseren Pfunden wuchern: Zum Beispiel gehören angehende Maurer zu den bestbezahlten Azubis in Deutschland. Auch nach der Ausbildung kann man als Geselle, Facharbeiter oder Meister Gehaltsstufen erreichen, von denen manch Akademiker nur träumt,“ macht von Borstel deutlich. Zudem bietet die Bauwirtschaft spannende und abwechslungsreiche Aufgaben: „Die Arbeiten als Fachkraft auf dem Bau sind komplexer geworden in Sachen Technik, Materialien, Bauabläufe und den gesetzlichen Vorgaben, die einzuhalten sind. Damit aber auch spannender und mit den Möglichkeiten versehen, dass sich junge Leute in vielen verschiedenen Arbeitsbereichen spezialisieren können.“
Bei einer ersten gemeinsamen Veranstaltung in Schlüchtern wollen Baugewerbeverband und Bund Deutscher Baumeister gemeinsam mit Praktikern, Schülern und Presse einen ersten Austausch wagen. Besonders Informationen aus der Praxis sollen im Vordergrund stehen. Es berichtet u.a. Thomas M. Reimann, Bauunternehmer in vierter Generation aus Bad Vilbel und der Handwerkskammerpräsident aus Wiesbaden Klaus Repp, der selbst eine Ausbildung als Metallbauer absolvierte, anschließend eine Meisterprüfung ablegte und später als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger im Metallbauerhandwerk arbeitete.