02. Juni 2017

Wirtschaftsbau schafft Anschluss an den Aufschwung

17-06-02_Rike_Pixelio.de Ausbau und Fassade - Wirtschaftsbau schafft Anschluss an den Aufschwung
Die Baukonjunktur läuft besser als zu Beginn des Jahres 2017 erwartet. Foto: Rike/Pixelio.de

„Die Baukonjunktur läuft besser als zu Beginn des Jahres erwartet. Wir haben uns deshalb entschlossen, unsere Jahresauftaktprognose über die Entwicklung der baugewerblichen Umsätze im Bauhauptgewerbe nominal von fünf auf sechs Prozent anzuheben. Für 2018 rechnen wir mit einem weiteren Umsatzplus von 5,5 Prozent", sagte der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Peter Hübner, anlässlich des „Tages der Deutschen Bauindustrie".

Der Bau sei damit weiter eine der Stützen der gesamtwirtschaftlichen Konjunktur. Wie im Vorjahr gebe es zwei Sondereffekte, die die Bauwirtschaft ankurbeln: Zum einen der weiterhin akute Bedarf an zusätzlichem Wohnraum, zum anderen die öffentliche Investitions-wende, die inzwischen auch die kommunalen Investitionen erfasst habe. Treiber der Baukonjunktur bleibe auch 2017 der Wohnungsneubau, erwartet Hübner. Fertigungszahlen von bis zu 400.000 Einheiten pro Jahr ließen sich nach den langen Jahren der Krise im Wohnungsneubau aber nicht von heute auf morgen realisieren. Auch die Bauwirtschaft brauche Zeit, ihre Kapazitäten an das stark steigende Nachfrageniveau anzupassen. Der HDB rechne deshalb zwar für 2017 mit einem weiteren Anstieg der Fertigstellungszahlen auf 320.000 Einheiten, erst 2018 werde aber mit etwa 350.000 Fertigstellungen die Untergrenze des Bedarfs erreicht. Die Umsätze im Bauhauptgewerbe würden entsprechend 2017 um 7,5 Prozent, 2018 um sieben Prozent zunehmen.

Im öffentlichen Bau werde die deutsche Bauwirtschaft in den nächsten zwei Jahren von der Investitionswende im Verkehrswegebau des Bundes profitieren, ist Hübner überzeugt. Bis 2018 würden die Verkehrswegeinvestitionen des Bundes auf knapp 14 Milliarden Euro steigen. Erstmals dürfe die Bauwirtschaft aber darauf hoffen, dass sich der „Investitionshochlauf“ über die Legislaturperiode hinaus fortsetzt. Dafür spreche der konsequente Ausbau der Nutzerfinanzierung, die Errichtung der Infrastrukturgesellschaft Verkehr, aber auch die Steuermehreinnahmen, die die Investitionsspielräume des Bundes deutlich erweitern werden. Dennoch sei es für eine „Entwarnung an der Investitionsfront“ noch zu früh. Trotz der Investitionsanstrengungen auf allen staatlichen Ebenen schmelze der öffentliche Kapitalstock insbesondere im kommunalen Bereich weiter ab. Trotzdem seien aber die Perspektiven für den Öffentlichen Bau in den Jahren 2017 und 2018 günstig. Die Bauindustrie erwarte für 2017 ein Umsatzplus von sechs Prozent, für 2018 von vier Prozent.

Der Wirtschaftsbau wird 2017 den Anschluss an den allgemeinen Bauaufschwung schaffen, glaubt Hübner. Die Zuwanderung in die Ballungszentren habe nicht nur eine erhöhte Wohnungsbaunachfrage, sondern auch eine steigende Nachfrage nach Büroarbeitsplätzen und damit nach Büroraum ausgelöst.