24. Juli 2017

Prognose Onlinehandel am Bau: Kein Durchbruch bis 2020

Der Onlinehandel boomt seit Jahren – aber nicht in der Baubranche. Aktuelle Studienergebnisse belegen, dass in etwa nur jeder fünfte Einkauf von größeren Baubetrieben über den digitalen Weg abgewickelt wird. Das Wachstumspotenzial dieses Distributionsweges ist vorhanden, hält sich aber in Grenzen.

Die Studienergebnisse von Bauinfo-Consult zeigen, dass fast jeder dritte Fachbetrieb davon ausgeht, bis zum Jahr 2020 seine Bau- und Installationsmaterialien häufiger online zu beziehen. Allerdings scheinen fast zwei Drittel der Befragten diesem Einkaufsweg immer noch skeptisch gegenüber zu stehen.

Die Düsseldorfer Baumarktforscher haben im Zusammenhang mit der alljährlichen Branchenstudie 462 Fachbetriebe um deren Einschätzung gebeten, wie sich ihr eigenes Onlinekaufverhalten für Bau- und Installationsprodukte bis zum Jahr 2020 entwickeln wird. Demnach gehen 29 Prozent der Betriebe aus dem Bau- und Installationshandwerk davon aus, zukünftig häufiger über den Onlinekanal Produkte zu erwerben.

Allerdings zeigt die Umfrage auch, dass eine Mehrheit immer noch sehr skeptisch ist, denn 59 Prozent der Befragten prognostizieren, dass sie bis 2020 nicht häufiger online Material bestellen werden als jetzt – ein ernüchterndes Resultat für die Onlineenthusiasten unter den Herstellern und Händlern.
Insbesondere bei den SHK-Installateuren scheinen die Vorbehalte dem digitalen Distributionsweg gegenüber hoch zu sein: Zwei Drittel der Installationsprofis werden den eigenen Angaben zufolge bis zum Jahr 2020 nicht häufiger online einkaufen. Dies ist aber auch in Teilen verständlich, wenn man sich die Arbeitsrealität der SHK-Betriebe anschaut – wer will sich schon die Mühe machen für die oft kleinteiligen Produkte im Installationsbereich stundenlang durch Webshops zu surfen, um schließlich das passende und maßgenaue Produkt zu finden. Da erscheint vielen wohl der Einkauf beim Fachhändler vor Ort einfacher und schneller.

Bei Malern und Trockenbauern stehen dem digitalen Distributionsweg vergleichsweise offen gegenüber: 35 Prozent der Befragten können sich vorstellen in den nächsten drei Jahren häufiger im Netzt einzukaufen. Dabei dürfte es sich wohl eher um Produkte handeln, bei denen nicht primär optische Eigenschaften ausschlaggebend sind – wie etwa Spachtelmasse oder weiße Farbgebinde, mit denen sie schon seit Langem arbeiten.