11. August 2017

Wohngsundheit wird immer wichtiger

17-08-11_Bauinfo_Consult Ausbau und Fassade - Wohngsundheit wird immer wichtiger
Eine möglichst geringe VOC-Belastung der Raumluft ist anzustreben, um gesünder zu wohnen. Grafik: Rapid-Floor

Wer sich und seiner Familie etwas Gutes tun möchte und den Blick auch auf folgende Generationen richtet, achtet bei der Planung auf die Wohngesundheit. Gesunde Baumaterialien gewinnen somit auch für Handwerksunternehmen immer mehr an Bedeutung.

In Zeiten von immer luftdichter konstruierten Gebäudehüllen und geringerem Luftwechsel steigt die Schadstoffbelastung in der Innenraumluft an. Die meisten Baumaterialien dünsten fortwährend aus und belasten die Innenraumluft mit flüchtigen organischen Verbindungen, sogenannten VOCs. Dass diese sich negativ auf die Gesundheit der Bewohner auswirken, weiß Dr. Frank Kuebart. Der Gründer des unabhängigen eco-Instituts prüft seit 1987 Bauprodukte, Bodenbeläge, Matratzen, Bettwaren, Möbel und Bedarfsgegenstände auf Inhaltsstoffe und Emissionen sowie deren Auswirkungen auf die Gesundheit.

Erst unterhalb von 0,3 Milligramm VOC pro Kubikmeter Innenraumluft spricht das Umweltbundesamt von einem vorbildlichen Raumklima. Der Fakt, dass immer mehr Baustoffhersteller das Prüfsiegel des eco-Instituts anstreben, zeigt den steigenden Wert der Wohngesundheit im Wohnungs- beziehungsweise Hausbau. Doch längst nicht alle bekommen das Label „eco tested product“ oder eines der anderen wichtigen Prüfzeichen, wie „Schadstoffgeprüft“ vom TÜV Rheinland, das „natureplus“-Qualitätszeichen, das Eurofins-Siegel „Indoor Air Comfort GOLD“ oder das Umweltzeichen des Umweltbundesamtes „Blauer Engel – weil emissionsarm“.

Beim Thema Wohngesundheit sind die deutschsprachigen Länder und Skandinavien übrigens weit vorne. Da aber das Verlangen nach einem Zuhause, in dem man sich wohlfühlen und gesund bleiben kann, auch europaweit wächst, strebt das eco-Institut eine Standardisierung und Vergleichbarkeit in der Materialien-Prüfung an. An der EU-Norm EN16516 zur Prüfung von Raummaterialien wirkte Dr. Frank Kuebart federführend mit: „Wenn sie 2017 eingeführt wird, werden endlich alle Prüfungen im EU-Raum vergleichbar werden“.