12. September 2017

Fachkräftemangel: Am Bau jede dritte Lehrstelle unbesetzt

Im August war in NRW noch jede dritte gemeldete Lehrstelle im Hoch- und im Tiefbau nicht besetzt. Da diese Situation schon seit mehreren Jahren anhält, wird die Fachkräftelücke am Bau immer größer. „Und das obwohl wir sichere Arbeitsplätze bieten, die Umsätze seit Jahren steigen und in einer großen Zahl unserer Betriebe High-Tech eingesetzt wird“, wirbt der Hauptgeschäftsführer der Baugewerblichen Verbände (BGV) in Düsseldorf, Lutz Pollmann, für die Branche.

Nach den Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit waren im August landesweit mehr als 620 gemeldete Ausbildungsplätze im Hochbau und über 180 im Tiefbau unbesetzt – bei zusammen nur 320 unversorgten Bewerbern bei den Arbeitsämtern. Dazu Pollmann: „Natürlich wissen wir, dass sich auch in den Wochen nach dem offiziellen Lehrbeginn noch vieles tut. Aber die Statistiken der Vorjahre auf Bundesebene zeigen uns, dass auch dafür etwa zehn Prozent der Ausbildungsplätze keine Bewerber gefunden werden konnten. Das heißt, die Lücke in unseren Belegschaften wird von Jahr zu Jahr größer.“

Dagegen gebe es gute Gründe, in der Baubranche eine Ausbildung zu beginnen, so der BGV: Die jungen Leuten können darauf vertrauen, den Job zu behalten und gute Aufstiegschancen zu haben. Nach Ansicht des BGV bestehe Hochkonjunktur wegen des Wohnungsmangels und der Mängel an den Verkehrswegen und den Ver- und Entsorgungsleitungen. Und diese gute Geschäftslage werde von einiger Dauer sein.

Hinzu komme noch, dass die „geburtenstarken Jahrgänge“ aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Außerdem ist eine technische Weiterentwicklung mit der Methode Building Information Modeling (BIM) zu erwarten: das „Bauen am Computer“.

Quelle: BGV/pd