25. September 2017

Stau bei der Einführung von BIM

Der Einsatz von BIM am Bau ist in Deutschland noch ein Nischenphänomen und die Einführung verzögert sich. Der Grund liegt einer Studie zufolge vor allem an konkreten praktischen Erwägungen und weniger an einer Verweigerungshaltung und dem Festhalten an Hergebrachtem.

Die Marktforscher von Bauinfo-Consult haben im Rahmen der Studie bei BIM-Nutzern wie Interessenten bei mittleren und großen Bau- und Planungsfirmen nachgefragt, was der digitalen Bau- und Planungsmethode vor allem im Weg steht. So wurden als Hindernisse für eine massenhafte Verbreitung von BIM spontan vor allem der damit verbundene Fortbildungs- Schulungsaufwand für die Mitarbeiter sowie die momentan noch hohen Investitionen genannt, die für eine BIM-Einführung notwendig sind (je 56 Prozent).

Die 62 befragten Planer und Fachfirmen, die BIM schon selbst eingeführt haben, seine sich bemerkenswert einig mit den Nicht-BIM-Nutzern in der Befragungsstichprobe. Die Marktforscher erklären dies damit, dass es nicht nur um die bloßen Kosten für Fortbildung und Infrastruktur-Änderungen gehe. Die Umstellung auf BIM könne nicht einfach von heute auf morgen geschehen, sondern bringt einen fundamentalen Wandel aller Arbeitsprozesse im Unternehmen mit sich.

Der Weg dahin dauere laut den Erfahrungen von BIM-Intensivnutzern gut ein Jahr - während das Unternehmen gleichzeitig weiterhin alle laufenden Projekte stemmen muss wie bisher. Um mehr Betriebe zu ermutigen, den Sprung ins kalte BIM-Wasser zu wagen, genügt es also nicht sich darauf zu verlassen, dass die Anschaffungskosten bei einer höheren Marktdurchdringung und weiterer Produktausreifung schon von alleine niedriger werden.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass Unkenntnis oder Desinteresse in der deutschen Bauwirtschaft ein geringeres Problem ist. Weniger als die Hälfte der Befragten hält mangelndes Wissen über das Thema für ein wesentliches BIM-Hemmnis, nur jeder Fünfte rechnet mit dem Unwillen in der Branche den (bau-)kulturellen Wandel anzugehen.

Quelle: Bauinfo-Consult/pd