20. Oktober 2017

Deutscher Stuckateur auf Platz 14 bei den WorldSkills - starke Teamleistung

Stuckateurgeselle Lukas Kirschmer mit Delegationsleiter Klaus-Dieter Fromm. Foto: WorldSkills Germany

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Lukas Kirschmer aus Blaubeuren hat bei der Berufsweltmeisterschaft WorldSkills 2017 im Oktober in Abu Dhabi im Wettbewerb der Stuckateure den 14. Platz erreicht. Das Team Germany konnte mit einer insgesamt guten WM-Bilanz überzeugen.

Lukas Kirschmer stand im Skill „Dry Wall Systems and Plastering“ früh unter Druck. Die Trockenbaukonstruktion musste nach dem zweiten Wettbewerbstag fertig sein, was ihm nicht gelungen war. Damit war er auch früh aus dem Rennen um die begehrten Medaillen. „Klar, ich bin enttäuscht; dennoch war es eine Mega-Erfahrung, in Abu Dhabi bei WorldSkills dabei gewesen zu sein.“ So sein Fazit nach einer aufregenden Woche in Abu Dhabi. Kirschmer ist im elterlichen Betrieb Karl Johannes Kirschmer Stukkateurgeschäft in Blaubeuren als Geselle beschäftigt.

Die Stuckateure hatten einen Trockenbau-Kube, einen kleinen Raum, zu errichten, der ganzheitlich, innen und außen, beplankt war und verschiedene Öffnungen hatte. Darüber hinaus war außen eine Art „Rohrkasten“ anzubringen, dreiseitig und hängend. Ecken und Kanten mussten komplett verspachtelt, die Kanten mit unterschiedlichsten Materialen ausgestaltet sein. Die Verspachtelung außen musste in der Qualitätsstufe für Anstriche gestaltet sein. Im Innenbereich war die Verspachtelung in der Qualitätsstufe für Lackierungen gefordert, d.h. der Untergrund musste lackierfertig sein. Eine weitere Herausforderung bestand in der Art des Verputzens, was allerdings aufgrund des zur Verfügung stehenden Materials extrem schwierig auszuführen war. Darüber hinaus mussten Stuckprofile angebracht und eine Wand mit einem sog. Freestyle-Element gestaltet werden. Hier konnte jeder Teilnehmer seiner Fantasie freien Lauf lassen. Am Ende des Wettbewerbs gab es Gold für Lichtenstein und Frankreich sowie Bronze für Korea.

Die Stahlbetonbauer Medin Murati (20, aus Warmisried/Bayern) und Timo Schön (21, aus Velburg/Bayern) schmückten sich mit der Silbermedaille. Ebenfalls Silber holte im Demonstrationswettbewerb „Water Technlogy“ der 19-jährige Patrick Gundert aus Kaperich (Rheinland-Pfalz). Der Jüngste im Team Germany, der 17-jährige Jonas Wanke, Schüler am Berliner Heinrich-Hertz-Gymnasium, erreichte einen hervorragenden dritten Platz im Skill „IT Software Solutions for Business“. Bronze gab es auch für Autolackierer Jonas Heinze (22, aus Brechen/Hessen), der zusätzlich als Punktbester im deutschen Team mit dem Titel „Best of Nation“ geehrt wurde. Die durchaus erfolgreiche Bilanz wurde ergänzt durch Exzellenzmedaillen für insgesamt weitere 19 Teilnehmer für besondere Leistungen. Damit kehrt mehr als die Hälfte der deutschen Teilnehmer mit einer WM-Auszeichnung in die Heimat zurück.

„WorldSkills Abu Dhabi 2017 – das bedeutete für unser Team, eine neue Kultur kennenzulernen, sich an klimatische Bedingungen anzupassen und mit teilweise fremden Materialien umzugehen. Das alles haben unsere Champions hervorragend gemeistert. Sie sind gut und schnell in die Wettbewerbe gekommen und haben eine starke Leistung gezeigt. In nahezu allen Skills platzierten sich die Teilnehmer in beachtlichen Positionen und zeigten hervorragende Leistungen, immer mit Blick auf die sehr stark gewordene Konkurrenz“, erklärt Hubert Romer, Geschäftsführer von WorldSkills Germany zum Abschluss der WM-Tage. »Alle haben Großes geleistet, unabhängig von den Medaillen oder Platzierungen.«

„Klar kann man sich immer mehr Medaillen wünschen“, so Hubert Romer mit Blick auf die Ergebnisstafel aus Sicht der Deutschen. „Wir sehen dennoch einen großen Fortschritt bei der Ausarbeitung und Weiterentwicklung unserer Trainingskonzepte, die auf einen längeren Zeitraum ausgelegt sind. Jetzt gilt es, das Abschneiden in Abu Dhabi genau zu analysieren und zu bewerten, und die richtigen Schlüsse für die nächsten WorldSkills-Höhepunkte zu ziehen.“ 2019 findet die Berufe-WM WorldSkills im russischen Kazan statt.