08. November 2017

IsoBouw: Erste Recycling-Anlage für EPS entsteht

Jan Noordegraaf (links), Geschäftsführer bei PSLoop und Synbra Technologies bv empfing Christoph Nielacny zur Gründungsveranstaltung in alter, niederländischer Seemannstracht. Mit diesem Symbol beschrieb Noordegraf die Analogie zu den ersten, um 1600 gegründeten, seemännischen Genossenschaften und der PSLoop-Initiative, die als eine Genossenschaft niederländischen Rechtes formiert wurde. Foto: IsoBouw/Synbra

Im niederländischen Terneuzen entsteht derzeit eine Pilotanlage für das EPS-Recycling mit einer Kapazität von 3.000 Tonnen pro Jahr und soll im dritten Quartal 2018 ans Netz gehen. Die Grundlage dafür Basis haben 55 Unternehmen aus 13 Ländern aus der Wertschöpfungskette der EPS- und XPS-Produktion geschaffen. Sie haben sich zu einer Genossenschaft nach niederländischem Recht zusammengeschlossen. Beteiligt ist auch der EPS-Herstellers IsoBouw aus Abstatt.

„Somit ist die EPS-Industrie beim Recycling wesentlich weiter als viele andere Dämmstoffarten“, so Christoph Nielacny, Geschäftsführer bei IsoBouw anlässlich der Gründungs-Zeremonie am 6. und 7. November in Amsterdam.

Das Projekt setzt auf das CreaSolv-Verfahren, das vom Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung in Freising sowie der CreaCycle GmbH entwickelt wurde. Die PSLoop-Initiative realisiert das Projekt der Kreislaufwirtschaft als Lizenznehmer mit finanzieller Förderung durch die EU-Kommission.

Geschäftsführer der PS-Loop-Initiative und Leiter des Entwicklungsbereichs der Synbra-Gruppe, der Muttergesellschaft der schwäbischen IsoBouw GmbH, ist Jan Noordegraaf. Nordegraaf zur innovativen Anlage: „Im industriellen Maßstab werden durch den physikalisch-chemischen Recycling-Prozess alte Dämmstoffe aus Polystyrol („Styropor“) in ein Polystyrol-Recyclat von hoher Qualität umgewandelt. Das Recyclat wird als Rohstoff für neue Dämmstoffe eingesetzt. Zusätzlich wird im Recycling-Prozess auch das Flammschutzmittel HBCD ausgeschleust und zuverlässig vernichtet. HBCD ist in ‚alten‘ Styroporprodukten eingesetzt worden. Durch eine enge Anbindung an das Betriebsgelände des Chemieunternehmens ICL wird das dabei separierte Brom dem Stoffkreislauf wieder zurückgeführt.“

Erst vor kurzem hatte Kestutis Sadaukas, Direktor der Europäischen Kommission für Nachhaltige Wirtschaft, die Pilotanlage als „Bulls Eye“-Projekt, charakterisiert, „also einen wichtigen Baustein in der Kreislaufwirtschaft und beispielgebend für die Kunststoff-Industrie“, so Noordegraaf. Das Projekt wird mit ca. 2,7 Mio. Euro von der Europäischen Kommission gefördert.
Aktuell erarbeitet die mit 9 Millionen Euro finanzierte PSLoop-Initiative ein Logistik-Konzept zur Rücknahme von EPS- und XPS-Abfall vorzugsweise aus dem Baubereich. So sollen die zum Start erforderlichen circa 500 Tonnen Material der Pilotanlage aus Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden gesammelt werden.

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Quelle: IsoBouw/pd